Unbefristet ist das Ziel

Befristung ist für den A…!

ver.di-NRW startet Kampagne: Unbefristet ist das Ziel

Befristung ist für den A…!

Tagung des DGB-Bildungswerks und ver.di-Landesarbeiterausschusses in Düsseldorf
Konferenz Befristungen Jörg Junkermann Konferenz Befristungen

Mit einer breit angelegten Kampagne für unbefristete Arbeitsverhältnisse und gegen „sachgrundlose Befristung“ will ver.di-NRW in privaten und öffentlichen Unternehmen die Arbeitsverhältnisse aufwerten. Das kündigte Gabriele Schmidt, ver.di-Landesleiterin bei einer Tagung des DGB-Bildungswerkes und ver.di-NRW am 7. September in Düsseldorf an.

Auf der Tagung konnten erste Erfolge der Kampagne vermeldet werden. So gehören „sachgrundlose Befristungen“ beim Nahverkehrsunternehmen Rheinbahn in Düsseldorf der Vergangenheit an. Arbeitgeber, Betriebsrat und Gewerkschaft verständigten sich darauf, Fahrerinnen und Fahrer ab sofort nur noch unbefristet einzustellen. Vorstand und Arbeitsdirektor der Rheinbahn AG Klaus Klar auf der Tagung: „Damit haben wir den unsäglichen Zustand beendet, ArbeitnehmerInnen erster und zweiter Klasse im Unternehmen zu haben. Die sachgrundlose Befristung war nichts anderes, als eine verlängerte Probezeit von zwei Jahren“.

Zuvor hatte Onno Dannenberg von der Verhandlungsspitze für den öffentlichen Dienst kritisiert, dass Jahr für Jahr 45 Prozent aller Neueinstellungen im privaten und öffentlichen Sektor befristet sind. Das bedeutet für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen erhebliche Nachteile bei der Wohnungssuche, fehlende Kreditwürdigkeit bei Banken, Einschränkungen in der Familien- und Lebensplanung und keinerlei Zukunftsperspektive“, erklärte der Gewerkschafter. Gesellschaftliche Folgewirkungen seien unter anderem eine sinkende Geburtenrate und ein Klima der Unsicherheit. Befristet Beschäftigte zeigten aber auch eine geringere Bereitschaft, sich für verbesserte Arbeits- und Einkommensbedingungen einzusetzen oder sich in Betriebs- oder Personalräten zu engagieren.

Peter Berg, Justitiar des ver.di-Landesbezirks NRW beleuchtete die rechtlichen Möglichkeiten mit denen sich Gewerkschaften und betriebliche Interessensvertretungen gegen befristete Arbeitsverhältnisse wehren können.

Konferenz Befristungen Jörg Junkermann Konferenz Befristungen

Der Anteil der „sachgrundlosen Befristung“ von Arbeitsverträgen ist in den letzten zehn Jahren von 10 auf 16 Prozent angestiegen – Tendenz weiter steigend. Notwendig sei eine Änderung des Teilzeit- und Befristungsgesetzes, um die Möglichkeit sachgrundloser Befristungen in der Zukunft auszuschließen. Bis dahin könnte die Problematik durch entsprechende Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen gelöst werden.

Die ver.di-Kampagne „Unbefristet ist das Ziel“ soll sich gezielt an private und öffentliche Unternehmen wenden. Die eine hohe Quote von sachgrundlos befristeten Arbeitsverhältnissen haben. „Wir wollen vor Ort mit den Menschen sichtbar machen, wie viele Betroffene es gibt und das wir schnell etwas ändern müssen. Wir suchen das Gespräch mit der Politik mit dem Ziel, dass sich die Landesregierung NRW im Bundesrat für eine gesetzliche Änderung einsetzt“, so die ver.di-Landesleiterin Gabriele Schmidt auf der Konferenz.

Für den LandesarbeiterInnen-Ausschuss NRW war dies eine gelungene Veranstaltung und ein guter Auftakt für die Kampagne "Unbefristet ist das Ziel".

Unbefristet ist das Ziel Michaela Ruhfus Unbefristet ist das Ziel