Unbefristet ist das Ziel

Gekommen um zu bleiben

Gekommen um zu bleiben

Sachgrundlose Befristungen sind bei der Rheinbahn AG in Düsseldorf Geschichte
Arbeitsdirektor Klaus Klar Jörg Junkermann Arbeitsdirektor Klaus Klar

Im Düsseldorfer Nahverkehrsunternehmen Rheinbahn sind sogenannte sachgrundlose Befristungen Geschichte. Das Unternehmen nutzte über Jahre die gesetzliche Möglichkeit, neu eingestellte Fahrerinnen und Fahrer, auf zwei Jahre befristet einzustellen. Dagegen ist die Initiative des ver.di-Bezirks Düsseldorf mit dem Titel „Wir sind gekommen um zu bleiben“ Sturm gelaufen. Mit großem Erfolg. Heute gibt es bei der Rheinbahn keine sachgrundlose Befristungen mehr.

Uwe David, Betriebsratsvorsitzender der Rheinbahn AG: „In unserem Unternehmen war es über Jahre üblich, neu eingestellte Fahrerinnen und Fahrer zunächst befristet auf zwei Jahre einzustellen. Praktisch war das nichts anderes als eine auf zwei Jahre verlängerte Probezeit, verbunden mit der Unsicherheit für die Beschäftigten“. Der Betriebsratsvorsitzende berichtet von Beschäftigten, die große  Probleme hatten, einen Mietvertrag zu unterschreiben. „Hörte der Vermieter davon, dass unser Kollege nur einen befristeten Arbeitsvertrag hatte, bekam ein anderer den Zuschlag für die Wohnung“, so Uwe David. Ähnliche Erfahrungen machten die befristet Beschäftigten bei Bankgeschäften. Einen Kleinkredit zu bekommen, scheiterte an der befristeten Beschäftigung.

„…sechs Monate müssen reichen“

Ende 2014 suchte dann der ver.di-Bezirk Düsseldorf das Gespräch mit der Geschäftsführung der Rheinbahn. „In diesen, nicht immer einfachen Gesprächen, gelang es, deutlich zu machen, dass die gesetzliche Probezeit von sechs Monaten ausreichen müsste, um  angehende Fahrer/innen von Straßenbahnen und Bussen auf ihre Eignung zu prüfen“, so der Betriebsratsvorsitzende. Unterstützung gab es vom Rheinbahn-Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor Klaus Klar. „Es waren ausschließlich die Fahrerinnen und Fahrer, die auf zwei Jahre befristet eingestellt wurden. Handwerker, Verwaltungsbeschäftige und Ingenieure erhielten eine Probezeit von sechs Monaten. Das ist nicht gerecht und belastet das Klima im Unternehmen“, so der Arbeitsdirektor. Und dann gab es da noch die Diskussion mit seinen Vorstandkollegen, die unbedingt an der auf zwei Jahre befristeten Einstellung festhalten wollten. Ihr Argument: Nur so würde sich die Eignung eines Bewerbers nachhaltig feststellen lassen. Klaus Klar: „Wenn ich nach sechs Monaten nicht weiß, ob der Mensch geeignet ist, dann bin ich nach 24 Monaten nicht klüger“. Am Ende konnten Vorstand und Aufsichtsrat überzeugt werden. Nicht zuletzt von einem Argument des Arbeitsdirektors: „Wir wollen als Nahverkehrsunternehmen für die Bürgerinnen und Bürger ein verlässlicher Partner sein und das 365 Tage im Jahr und fast rund um die Uhr. Dann ist es nur konsequent und logisch auch gegenüber unseren Beschäftigten ebenfalls ein verlässlicher Partner zu sein“.

Betriebsratsvorsitzender Uwe David Jörg Junkermann Betriebsratsvorsitzender Uwe David

Im Lauf der Jahre sind rund 500 Beschäftigte mit auf zwei Jahren befristeten Arbeitsverhältnissen bei der Rheinbahn eingestellt worden. Damit ist jetzt endgültig Schluss. Uwe David: „Uns erreichen im Betriebsrat immer wieder Rückmeldungen von Kolleginnen und Kollegen, die unendlich froh sind, nun in einem normalen, unbefristeten Arbeitsverhältnis zu arbeiten.

Und die neue Regelung hat noch eine weitere positive Auswirkung: Jetzt bewerben sich Menschen auf Stellen bei der Rheinbahn, die, würde es noch die sachgrundlose Befristung geben, dies nie getan hätten, da sie sich noch in einem unbefristeten Vertrag befinden. Das heißt für das Unternehmen, die Auswahl an geeigneten Bewerber/innen ist deutlich größer geworden.