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Landesweite Kundgebung mit Frank Bsirske vor Zentrale der Deutschen Post AG in Bonn

Zu einer Demonstration mit landesweiter Streikkundgebung vor der Zentrale der Deutschen Post AG in Bonn hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) am Donnerstag (18.6.) rund 3.000 Streikende aufgerufen. Als Hauptredner am Posttower wird der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske zu dem andauernden Konflikt Stellung beziehen. Auch die stellv. ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis spricht zu den Streikenden.

Die Gewerkschaft will am Mittwoch (17.6.) in Nordrhein-Westfalen weitere 500 Brief- und Paketzustellerinnen und –zusteller vornehmlich im ländlichen Raum zum Streik aufrufen. Allein in NRW haben dann rund 6.000 Beschäftigte des Postkonzerns ihre Arbeit unbefristet nieder gelegt. Bundesweit sind es bereits über 20.000.

„In vielen Zustellpunkten herrscht mittlerweile völliges Chaos. Die Durchhalteparolen des Postvorstandes sind nichts als das Pfeifen im dunklen Wald“, sagte der der nordrhein-westfälische ver.di Fachbereichsleiter Postdienste, Uwe Speckenwirth. Es gebe nicht wenige Zustellbezirke, die seit einer Woche und länger überhaupt keine Post mehr bekommen hätten. „Die Aus-sage, alle Briefe und Pakete kämen lediglich einen Tag später an, ist eine Mär“, so Speckenwirth. Man habe den Eindruck, dass der Postkonzern lediglich versuche, Großkunden wie den Online-Händler Amazon durch bevorzugte Behandlung bei Laune zu halten. Darunter zu leiden hätten mittelständische Unternehmen, Behörden und Privatkunden. Der Postvorstand sei gerade dabei, „ein hochgradig leistungsfähiges Zustellnetz und sein gutes Image für ein paar Prozent Rendite mehr zu zerschlagen“. Dies sei keine nachhaltige Unternehmenspolitik.

ver.di habe ein Angebot gemacht und sei dabei hart an die eigene Schmerzgrenze gegangen, um den Konflikt zu bereinigen. Die Post habe sich innerhalb der Erklärungsfrist nicht einmal dazu geäußert. Bei dieser Umgangsweise mit dem Tarifpartner gebe es „überhaupt keine andere Wahl als unbefristeten Streik“, so Speckenwirth. „Die Beschäftigten haben die Botschaft des Konzern-Vorstandes sehr wohl verstanden. Sie sollen durch Lohnabsenklung um rund 20 Prozent die Gewinne um acht Prozent jährlich steigern, damit die Aktionäre eine höhere Rendite einfahren“. So würde sich die Deutsche Post AG auf Kosten der Beschäftigten einen Vorteil verschaffen gegenüber Konkurrenzunternehmen, die zum Beispiel mit zwei Prozent Steigerung zufrieden sind. „Wenn dieses Prinzip funktioniert, werden schon bald Brief-, Verbundzustellung und Verteilzentren bluten müssen für die waghalsigen Renditeversprechen des Vorstandes“, erklärte Speckenwirth.

 

Das ver.di-Angebot sah einen Verzicht auf lineare Lohnerhöhungen und eine Änderung der Entgelttabelle vor. Im Gegenzug sollten die 49 Regionalgesellschaften(DHL Delivery GmbHs) unter den Haustarifvertrag der Deutschen Post AG fallen und Schutzregelungen zu Kündigungen und Fremdver-gabe weiter bestehen.