Nachrichten

Busse und Bahnen in NRW stehen still

Tarifrunde öffentlicher Dienst:

Busse und Bahnen in NRW stehen still

In Nordrhein-Westfalen werden am 18. März weite Teile des öffentlichen Personennahverkehrs  in den Ballungsräumen an Rhein und Ruhr ganztägig zum Erliegen kommen oder stark eingeschränkt sein.  Betroffen sind die Räume Bochum-Herne, Dortmund, Duisburg-Niederrhein, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Essen, Hamm, Unna, Köln, Krefeld, Mönchengladbach, Mülheim,  Oberhausen,  Bonn, Leverkusen, Remscheid,  Solingen, Hagen, Märkischer Kreis, Wuppertal, Bielefeld, Paderborn, Siegen und Olpe.  Auch kommunale Kitas bleiben in vielen Städten geschlossen. Eltern wurden bereits im Vorfeld informiert. Die Gewerkschaft ver.di hat landesweit über 45.000 Beschäftigte zu stundenweisen bis ganztägigen Warnstreiks aufgerufen, um Druck zu machen auf die laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen, die am Donnerstag und Freitag (20./21.3.) in Potsdam fortgesetzt werden. 

Sparkassen und Dienstleister in Stadtverwaltungen sind am Dienstag nur teilweise erreichbar.  Versorgungsbetriebe, Müllabfuhr, Beschäftigte in Jobcentern und Arbeitsagenturen sowie das Personal in vielen Kliniken legen ebenfalls die Arbeit nieder. Auch an einigen Schleusen ist mit Stillstand zu rechnen.  Allein im öffentlichen Personennahverkehr sollen über 10.000 Beschäftigte die Arbeit niederlegen. „Auf zarte Hinweise reagiert die Arbeitgeberseite heutzutage leider gar nicht mehr, deshalb müssen wir gleich deutlich werden“, erklärte ver.di-Sprecher Günter Isemeyer. „Im öffentlichen Dienst und seinen Unternehmen  erwarten die Beschäftigten für gute Arbeit mit hoher Verantwortung und großen Belastungen auch ordentliche Bezahlung. Bisher gibt es nicht einmal ein Angebot “. Man könne den öffentlichen Dienst nicht von der Lohnentwicklung abhängen und ihn dadurch auch noch unattraktiv für den Nachwuchs machen.

Im Theater Bielefeld wird bereits heute (Montag, 17.3.) gestreikt. Dienstag kommt es auch in den Theatern in Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Essen und Wuppertal zu Arbeitsniederlegungen. Eine starke Beteiligung meldet ver.di auch von Sparkassenangestellten aus 14 Städten des Ruhrgebietes, aus Düsseldorf und Krefeld, die zu einer Kundgebung in Recklinghausen aufrufen. Hier hat der Sparkassenvertreter in der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, Dr. Michael Schulte, seinen Sitz.

ver.di fordert eine Anhebung der Entgelte um 100 Euro plus zusätzlich 3,5 Prozent, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro monatlich sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Für den Nahverkehr soll es darüber hinaus eine Zulage von 70 Euro monatlich geben, in den Krankenhäusern will man die Nachtzuschläge von 15 Prozent auf das Niveau der Nachtzuschläge im TVöD (20 Prozent) angleichen. Gleichzeitig spricht ver.di mit den Arbeitgebern über einen einheitlichen Urlaubsanspruch von 30 Arbeitstagen für alle Beschäftigten sowie über den Ausschluss von sachgrundlos befristeten Arbeitsverträgen, um jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu geben. Das Ergebnis soll zudem zeit- und inhaltsgleich auf die Beamtinnen und Beamten des Bundes übertragen werden.