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Streiks im Amazon-Weihnachtsgeschäft

Streiks im Amazon-Weihnachtsgeschäft

Handelskonzern verweigert Tarifbezahlung
Streik Amazon Dietrich Hackenberg Streik Amazon

Beim Versandhändler Amazon in Rheinberg und Werne wird seit Montag (15.12.) mit Beginn der Frühschicht um 5:00 Uhr wieder gestreikt. Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten bis Mittwochnacht zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen auf. Bei Amazon in Bad Hersfeld, Leipzig und Graben wird im gleichen Zeitraum zum Streik aufgerufen. In Rheinberg und Werne rechnet ver.di mit 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Gewerkschaft hatte bereits im Oktober angekündigt, die Streiks bei Amazon im Weihnachtsgeschäft auszuweiten, sofern das börsennotierte Unternehmen nicht zu Gesprächen über einen Tarifvertrag bereit ist.

Der weltweit größte online-Versandhändler verweigert weiterhin jegliche Verhandlungen mit ver.di über einen Tarifvertrag für die 15.000 Beschäftigten. Dadurch bekommen die Beschäftigten des internationalen Handels-Konzerns in NRW zum Teil mehrere hundert Euro weniger pro Monat als ihnen nach den Tarifverträgen des Einzel- und Versandhandels zustehen würde. Da Amazon auch keine Nachtzuschläge zahlt, geht jedem Mitarbeiter allein im Schichtdienst rund 250 Euro brutto mehr pro Monat verloren.

Die Beschäftigten fordern zudem einen festen Anspruch auf Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld. Amazon zahlt bislang gar kein Urlaubsgeld und auch die Höhe des freiwilligen Weihnachtsgeldes liegt rund 900 Euro unter den Ansprüchen aus den Tarifverträgen des Einzel- und Versandhandels NRW. Das Unternehmen zahlte seinen Beschäftigten 2013 erstmalig Weihnachtsgeld. Darüber hinaus fordert ver.di einen Verzicht auf die bisherige Befristungspraxis. Auch dieses Jahr laufen die Verträge von hunderten Beschäftigten nach dem Weihnachtsgeschäft aus.

„Wir haben Amazon mehrfach aufgefordert, sich mit uns an einen Tisch zu setzen. Dazu gab es bisher keinerlei Bereitschaft“, erklärte die ver.di-Fachbereichsleiterin Handel in NRW, Silke Zimmer. „Wer Verhandlungen über einen Tarifvertrag kategorisch ablehnt, wer den Beschäftigten Lohn und Weihnachtsgeld vorenthält, wer hunderte Menschen prekär beschäftigt, der hat kein Recht auf ein ungestörtes Weihnachtsgeschäft“, so die Gewerkschafterin.