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ver.di erwartet Durchbruch bei 6. Tarifverhandlungsrunde

Streiks bei AWO in NRW:

ver.di erwartet Durchbruch bei 6. Tarifverhandlungsrunde

Einen Tag vor der sechsten und entscheidenden Verhandlungsrunde für die 36.000 Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Nordrhein-Westfalen am 11. Dezember, hat die Gewerkschaft ver.di für Mittwoch (10.12.) noch einmal zu umfangreichen Streiks aufgerufen. In Kindertagesstätten, Senioren- und Behinderteneinrichtungen sowie Offenen Ganztagsschulen muss am Mittwoch mit erheblichen Einschränkungen gerechnet werden. Etliche AWO-Kitas blieben geschlossen, erklärte die Gewerkschaft. Durch Notdienstvereinbarungen sei die Gesundheit von Bewohnern der Einrichtungen gewährleistet. Zu einer zentralen Kundgebung in Dortmund werden über 2.000 Streikende erwartet. Die Erzieherinnen und Pflegekräfte wehren sich gegen eine Abkopplung ihrer Gehälter vom Tarifniveau vergleichbarer Einrichtungen des öffentlichen Dienstes.

ver.di Verhandlungsführer Wolfgang Cremer erklärte, man erwarte in der sechsten Verhandlungsrunde am Donnerstag (11.12.) in Dortmund einen Durchbruch. Ab Mittag sei die Tarifkommission eingeladen, um einen schnellen Abschluss möglich zu machen. „Einem tragbaren Kompromiss verschließen wir uns nicht. Aber die Betonung liegt auf tragbar“, sagte Cremer. Er appellierte an die AWO-Geschäftsführungen, die mangelnde Refinanzierung der Einrichtungen nicht auf den Schultern der Beschäftigten abzuladen. „Für eine ausreichende Finanzierung bleibt die Politik zuständig. ver.di ist bereit, Seite an Seite mit der AWO für eine Refinanzierung zu kämpfen, die ein Tarifniveau wie in anderen öffentlichen Einrichtungen sicher stellt“, so Cremer.

ver.di will ein Tarifergebnis, das den materiellen Wert des Tarifabschlusses des öffentlichen Dienstes abbildet. Man könne Erzieher/innen und Sozialarbeiter/innen der AWO NRW nicht zu zweitklassigen Fachkräften degradieren. Der AWO-Bundesverband in Berlin hat für seine Beschäftigten im November eine Tarifeinigung mit ver.di erzielt, deren Volumen noch über dem Abschluss des öffentlichen Dienstes liegt.