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Nein zum AfD-Parteitag im Festspielhaus Recklinghausen

ABGESAGT

Nein zum AfD-Parteitag im Festspielhaus Recklinghausen

-- Der Parteitag wurde mittlerweile abgesagt. Damit entfällt auch die für Sonntag geplante Mahnwache. --

Gedankenlos und leichtsinnig:

Wir sind empört über Wahlparteitag der AfD im Ruhrfestspielhaus

Mit Entsetzen haben wir von der Freigabe des Festspielhauses für den Wahlparteitag der in Teilen verfassungsfeindlichen AfD in Recklinghausen erfahren. Die Partei hatte bekanntgegeben, dort am kommenden Sonntag (24. Januar) zu einer Aufstellungsversammlung zusammenzukommen. Bernd Dreisbusch, Geschäftsführer im Bezirk Mittleres Ruhrgebiet, zeigte sich besonders betroffen, da der Veranstaltungsort mehr als nur ein bloßes Veranstaltungsgebäude verkörpert. „Das Festspielhaus ist ein wichtiges Symbol der Kooperation von Gewerkschaften und Künstlern, entstanden in der entbehrungsreichen Nachkriegszeit. Es war und ist ein wichtiges Signal für einen Neuanfang und der Entsagung der NS-Zeit. Gerade jetzt dort die Türen für eine rechtsextreme, gewerkschaftsfeindliche Partei zu öffnen, ist mindestens gedankenlos, peinlich und für uns nicht hinnehmbar.“

Gewerkschafter, Kulturschaffende und Recklinghäuser sind nun, mit Stolz auf das Ruhrfestspielhaus und den wichtigen historischen Beitrag, aufgefordert zu zeigen, dass sie mit der Genehmigung der AfD-Veranstaltung durch ihren Bürgermeister nicht einverstanden sind.

„Mindestens ebenso betroffen und schockiert müssen sich die Bürgerinnen und Bürger fühlen. Das Festspielhaus, als bundesweit bekanntes und bedeutendes Zeichen von Solidarität, Gemeinschaft und Zusammenhalt, wird jetzt von Feinden der Demokratie entweiht. Uns ist bekannt, dass Räumlichkeiten für diese Wahlveranstaltungen angeboten werden müssen. Hier hätten wir aber deutlich mehr Fingerspitzengefühl erwartet. Das Festspielhaus kann nicht der richtige Ort sein!“

Auch der DGB distanzierte sich von der Entscheidung. Dazu erklärten Anja Weber (DGB-Vorsitzende Nordrhein-Westfalen), Mark Rosendahl (Regionsgeschäftsführer beim DGB Emscher-Lippe) und Stefan Körzell (DGB-Vorstand und Mitglied in Aufsichtsrat der Ruhrfestspiele):

„Wir distanzieren uns von dieser Entscheidung der Stadt Recklinghausen das Ruhrfestspielhaus an die AfD zu vermieten. Es hätte nie zu dieser Vermietung kommen dürfen. Die jetzt erfolgte Kündigung durch die Stadt kommt zu spät. Der DGB fordert die Stadt auf, den Rechtsweg in Gänze auszuschöpfen, um die Veranstaltung der AfD im Ruhrfestspielhaus noch zu verhindern. Wir als Mitgesellschafter der Ruhrfestspiele haben über diese Vermietung erst aus der Presse erfahren, alle Versuche diese noch zu verhindern waren erfolglos. Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass man einer Partei wie der AfD, die wegen ihrer rechtsextremen Ausuferungen bereits zum Teil durch den Verfassungsschutz beobachtet wird, ein solches Haus vermieten kann. Diese Partei steht für nichts für was das Ruhrfestspielhaus und sein jährliches Festival steht.

Die Ruhrfestspiele stehen für Demokratie, Solidarität und Freiheit. Diese Werte werden wir stets verteidigen. Die AfD steht für das genaue Gegenteil dieser Werte.“

Hinweis:

Die DGB-Region Emscher-Lippe wird am Sonntag ab 9.00 Uhr unter Einhaltung der Abstände und mit Mund-Nasenschutz eine Mahnwache vor dem Ruhrfestspielhaus durchführen.

Unser Haus! Nazis raus! ver.di Mittleres Ruhrgebiet