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4. OGS-Konferenz in NRW – Beschäftigte diskutieren mit der nordrhein-westfälischen Landespolitik

Am 21. September 2019 erhielten Beschäftigte im offenen Ganztag an Schulen die Möglichkeit, im Rahmen der 4. OGS-Konferenz der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) im Landesbezirk Düsseldorf, mit der Landespolitik über ihre Arbeitsbedingungen zu diskutieren und den Gästen aus der Politik einen Einblick in ihre Arbeitswelt zu geben.

Wichtig zu betonen war, dass die Beschäftigten die Expertinnen und Experten sind. Deshalb ist es ver.di ein großes Anliegen, Beschäftigte und Politik an einen Tisch zu bringen. Schlechte Arbeitsbedingungen führen zu schlechten Lernbedingungen für unsere Kinder. Deshalb sieht ver.di gleich zwei wichtige Themen, für die es sich zu kämpfen lohnt. Der Austausch mit der Politik ist ein wichtiger Schritt, um die öffentliche Wahrnehmung für den Offenen Ganztag und die Sorgen der Beschäftigten zu stärken.

An der Podiumsdiskussion nahmen Jens Kamieth (MdL, CDU), Alexander Brockmeier (MdL, FDP) und Karin Schmitt-Promny (Die Grünen, ehemalige MdL und Mitglied der Bildungskommission des Landesverbandes) teil. Mit den Vertreterinnen und Vertretern der Landespolitik wurde offen über Fragen wie Fachkräfte-Qualifikation, Gruppengröße, Standards oder Fachkraft-Kind-Schlüssel diskutiert. Ohne ein Gesetz wird es keine spürbaren Verbesserungen geben war der Tenor aller Teilnehmer*innen. Auch die Politik scheint dies verstanden zu haben. Keiner hat der Forderung widersprochen. Im Gegenteil, Jens Kamieth (MdL, CDU) bezeichnete die allgemeine Situation im OGS sogar als „aus der Steinzeit“ und versprach, nach KiBiz sich der Frage um OGS zu widmen.

OGS-Konferenz Serdar Agit Boztemur Die Teilnehmenden der Konferenz

Die Kolleginnen und Kollegen im OGS betonten, dass sie bereit sind, diesen Prozess zu begleiten und ihr Wissen und ihre jahrelange Erfahrung im Austausch mit der Politik anzubieten. Sebastian Sedlmayr hielt als Vertreter von UNICEF Deutschland ein Grußwort und berichtete über die Arbeit von UNICEF sowie die Rechte von Kindern. Im Anschluss referierte Marion Perlich für Kinderrechte NRW über Kinderrechte an Schulenund über die Möglichkeit, die Vormittags und Nachmittagsbetreuung zusammen zu bringen im Interesse der Kinder.

Frau Marion Binder aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren Frauen und Jugend (Ressortleiterin Ganztagsschulbetreuung für Grundschulkinder) hat über die Vorhaben der Bundesregierung berichtet und über die Pläne OGS als Rechtsanspruch ab 2025 einzuführen. Frau Dr. Petra Strähle (Mercator Stiftung) hat uns eine wissenschaftlichen Überblick über den OGS gegeben und Vorschläge eingebracht, wie ein guter OGS aussehen sollte: "Wir fordern gesetzliche Mindeststandards für den Offenen Ganztag! Aktuell beruht die Rechtsgrundlage der Betreuung lediglich auf Ministerialerlassen. Wir brauchen aber einen gesetzlichen Rahmen, der die unübersichtliche Situation aufbricht und die Finanzierung der OGSen sicherstellt.“

Auf der Konferenz wurde eine Expertinnenrunde ins Leben gerufen, die ein „Gutes OGS Gesetz“ vorbereiten wird, um der Politik zu verdeutlichen, wie ein Gesetz aussehen müsste, um die Arbeits- und Lebensbedingungen der Kolleginnen und Kollegen im OGS zu verbessern. Wichtig ist, dass die Qualität der Bildung steigt und Kinder ihr Recht auf gute Bildung erhalten können. Hierin liegt auch ein Instrument, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Gute Arbeits- und Lebensbedingungen sind ein Garant für den Gewinn von Fachkräften!

Weitere Informationen zur Veranstaltung sind hier zu finden!

OGS_Konferenz_Bild Serdar Agit Boztemur Die 4. OGS-Konferenz in NRW