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Stätten des Naziterrors

26.09.2021, 18:00 – 01.10.2021, 15:00

Stätten des Naziterrors

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LODZ (LWOW), GHETTO LITZMANNSTADT UND VERNICHTUNGSLAGER KULMHOFF (CHELMNO)

Seminarnummer: K5-215939-168

„Lodz, heute zweitgrößte Stadt und im 19. und 20 Jahrhundert das "gelobte Land", das ehemalige Manchester Polens mit einer gigantischen Textilindustrie. Keine graue Industriestadt, sondern schon immer ein Lebensraum kultureller Vielfalt. Hier lebten Deutsche, Juden, Polen und Russen friedlich nebeneinander, bauten katholische, evangelische und orthodoxe Kirchen sowie Synagogen, hier befruchteten sich die Kulturen gegenseitig.

Während der deutschen Besatzung wurde die jüdische Bevölkerung im "Ghetto Litzmannstadt" erst durch Zwangsarbeit für Wehrmacht und Privatunternehmen ausgepresst (unter Beteiligung des Judenrats, einer scheinbaren Selbstverwaltung), dann, u.a. im Vernichtungslager Kulmhoff, ausgelöscht. Geblieben sind der Erinnerungsraum Stadt u.a. mit Bauten für die Textilarbeiter*innen und Barone, der Neue Jüdische Friedhof, der größte jüdische Friedhof Europas mit beeindruckender Sepulkral Architektur, die Gedenkstätte Radegast (Deportationsbahnhof) und das Vernichtungslager Kulmhoff als Museum und Gedenkstätte.

Wir besuchen sie und stellen uns der Vergangenheit, versuchen, einen Zugang zum Unverständlichen zu finden. Grundlage ist die Erarbeitung von historischem Wissen, darauf aufbauend der Diskurs über eigene, direkte oder vermittelte Erfahrungen mit Unterdrückung und Verfolgung und vor allem auch Zivilcourage.

Themen und Programm (Auszüge)*:

  • System der Unterdrückung, unterschiedliche Opfergruppen, Widerstands- und Überlebensstrategien
  • Sinn, Gestaltung, Wirkung von Gedächtnisstätten zwischen Emotion und Wissenschaft

Das jüdische Lodz:

  • Rundgang/-fahrt auf jüdischen Spuren
  • ehemaliges Ghetto Litzmannstadt
  • Ausbeutung/Vernichtung durch (Zwangs-) Arbeit, Beteiligung der deutschen Industrie und Wehrmacht
  • Rolle des Judenrats im Dilemma

Der "neue" jüdische Friedhof:

  • Glaube, Ritus der Bestattung, Sepulkral Kultur und Ikonographie

Gedenkstätte Radegast (Deportationsbahnhof):

  • Besuch des Ehrenhains für die „Gerechten unter den Völkern“

Besuch des Marek-Edelmann-Dialog-Zentrums in der jüdischen Gemeinde

  • Jüdisches Leben in Polen heute   

Textil-Manufakturen im 19. Jahrhundert unter (teilweise) jüdischer Leitung

  • Zusammenleben deutscher-polnischer-russischer-jüdischer Bevölkerung
  • Ursachen und Wirkungen des Textilbooms im 19. Jahrhundert

Besuch der Gedenkstätte ehemaliges KZ Kulmhof / Chełmno nad Nerem, System der Unterdrückung und Vernichtung, KZ als »SS-Staat«

Museum der Polnischen Kinematographie

  • Darstellung des jüdischen kulturellen und spirituellen Erbes und (Nach-) Kriegserfahrung in Polen im Film, z. B. Andrzej Wayda, Roman Polanski

Das industrielle Erbe – urbane Herausforderung:

Zukunft von Lodz und die „Neue Stadt“

Nationalsozialismus nach ‘45 – Umgang der deutschen und polnischen Justiz und Gesellschaft mit Täter*innen und Opfern,

Zielgruppe:

Interessierte Arbeitnehmer*innen und Beamt*innen

Teilnahmegebühr:

Für ver.di-Mitglieder aus NRW übernimmt weitestgehend ver.di NRW, Abt. Bildung, die Kosten für dieses Seminar (Unterkunft im Doppelzimmer, Frühstück, Eintrittsgelder, Führungen und Fahrten vor Ort). Wir erlauben uns eine Teilnahmegebühr von € 350 zu erheben.

Nicht-Mitglieder sind willkommen, tragen jedoch die anteiligen Seminarkosten, die Kosten für Unterkunft und Verpflegung Eintrittsgelder, Führungen und Fahrten vor Ort (ca. 700 €) sowie ihre Reisekosten selbst.

An- und Abreise:

Die Anreise wird durch die Teilnehmer*innen selbstständig organisiert. Die Reisekosten (An- und Abreise) werden durch die Teilnehmer*innen selbst getragen.

Fahrgemeinschaften sind aufgrund von Corona möglichst zu vermeiden. Wenn Fahrgemeinschaften gegründet werden sollten, ist die zum Zeitpunkt der Reise aktuelle Corona-Schutzverordnung zu beachten (insbesondere in Bezug auf Abstandsregelungen sowie Mund-/Nasenschutz im Auto)

Freistellung:

5 Tage Bildungsurlaub/Sonderurlaub nach den gesetzlichen Vorschriften

* Die Programmhinweise dienen lediglich einer groben Orientierung und nicht als Programm zur Freistellung nach den entsprechenden gesetzlichen Möglichkeiten. Nach bestätigter Teilnahmemöglichkeit durch uns, erhaltet ihr die entsprechenden Unterlagen, die ihr für die Freistellung durch den Arbeitgeber/Dienstherrn benötigt.

Wir freuen uns auf Eure Anmeldungen unter: bildung.nrw@verdi.de oder Telefon: 0211/61824-165

Gruppe von Figuren auf einem Seminar in Lodz
© Abt. Bildung NRW

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