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#ausgeliefert: Aktionstage auch bei Amazon in NRW – prekäre Arbeitsbedingungen …

Fachbereich Speditionen und Logistik

#ausgeliefert: Aktionstage auch bei Amazon in NRW – prekäre Arbeitsbedingungen bei Transport und Zustellung im Fokus

01.09.2021

Im Rahmen von bundesweiten Aktionstagen vom 1. bis 4. September 2021 machen die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), der DGB sowie mehrere Beschäftigten-Beratungsnetzwerke unter dem Hashtag #ausgeliefert auch in NRW auf die prekären Arbeitsbedingungen von Zustellerinnen und Zustellern sowie Fahrerinnen und Fahrern bei Amazon aufmerksam. Bei den Aktionen, die bundesweit an mehr als zwei Dutzend Standorten stattfinden, werden Betroffene auch beraten und in verschiedenen Sprachen über ihre Rechte aufgeklärt. An den Aktionstagen beteiligen sich die Beratungsnetzwerke „Faire Mobilität“, „Faire Integration“ sowie „Arbeit und Leben“.

Uwe Speckenwirth, Fachbereichsleiter Speditionen und Logistik NRW:

„Nicht erst seit der Pandemie boomt der Online-Handel. Amazon ist als weltgrößter Online-Händler einer der Profiteure und konnte den Gewinn verdreifachen - auf dem Rücken der Beschäftigten, die die Pakete ans Ziel bringen. Das System stützt sich an vielen Stellen auf Subunternehmen oder Leiharbeitsfirmen, in Teilen sind die Kolleginnen und Kollegen auch als Soloselbstständige im Einsatz. Selten sind sie direkt bei Amazon angestellt. Die Arbeitsbedingungen sind prekär und der enorme Zeitdruck belastet zusätzlich.

Wir fordern deshalb Amazon auf, die Beschäftigten, die unter dem Einsatz ihrer Gesundheit dafür sorgen, dass Pakete fast rund um die Uhr bewegt werden, direkt bei sich anzustellen. Außerdem sind die Sozialversicherungsträger gefordert, mögliche Scheinselbstständigkeiten zu beenden, indem Statusfeststellungsverfahren bei allen Amazon-Flex-Fahrern eingeleitet werden. Nicht zuletzt ist auch die Politik gefragt, in der gesamten Branche die Kontrollen auszuweiten und so Verstöße gegen geltendes Recht, wie das Mindestlohngesetzt, konsequent zu verfolgen.“

Darüber hinaus fordern ver.di und der DGB, das seit 2018 für die Paketbranche geltende Gesetz zur Nachunternehmerhaftung auf die gesamte Speditions- und Logistikbranche auszuweiten. Das Gesetz habe gezeigt, dass es wirksam sei und Sozialversicherungsbeiträge nun auch vom Auftraggeber der Sub-Unternehmen beglichen werden müssen. Da sich Paketbranche und Logistik in der Definition nicht wirklich scharf trennen ließen, sei es an der Zeit, den Geltungsbereich auszudehnen, um keine Schlupflöcher zu ermöglichen.

Hinweis an die Redaktionen:

Die #ausgeliefert-Aktionstage bei Amazon finden vom 1. bis 4. September an fast 30 Standorten bundesweit statt, unter anderem in Hamburg, Dortmund, Essen, Nürnberg, Pforzheim und Gera.

Den Auftakt bildet die Aktion vor dem Amazon-Lager in Berlin-Mariendorf, und zwar am Mittwoch, 1.9.21, von 8 bis 8:45 Uhr, Treffpunkt: Lankwitzer Straße/Dederingstraße in 12107 Berlin-Mariendorf; teilnehmend: Olaf Scholz, Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat; Andrea Kocsis, stellvertretende ver.di-Vorsitzende (Kontakt vor Ort, Stefan Thyroke, 0151 61315343).

Eine weitere Aktion findet am Mittwochnachmittag in Dortmund/Werne statt. Hier nimmt DGB-Bundesvorstandsmitglied Anja Piel teil, und zwar ab 18 Uhr in Dortmund, in der Kaltbandstraße 4 in 44145 Dortmund (Kontakt vor Ort: Anna Weirich, 0151 19127448).

Mi, 01.09. 15:00 - 20:00, Dortmund
Mi, 01.09. 15:00 - 20:00, Werne
Do, 02.09. 15:00 - 20:00, Mönchengladbach
Fr, 03.09. 15:00 - 20:00, Oelde
Sa, 04.09. 14:00 - 18:00, Rheinberg
Mi, 01.09.2021, 09:00-13:00 Essen
Do, 02.09.2021, 09:00-13:00 Duisburg
Do, 02.09.2021, 15:00-20:00 Mönchengladbach
Fr, 03.09.2021, 09:00-13:00 Köln
Sa, 04.09.2021, 09:00-13:00 Düsseldorf

Kontakt:

Uwe Speckenwirth (Landesfachbereich Speditionen und Logistik NRW): 0171 5555845

Pressekontakt

Lisa Isabell Wiese Pressesprecherin
ver.di Landesbezirk NRW
0211.61 824-110 lisa-isabell.wiese@verdi.de
pressestelle.nrw@verdi.de