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Tarifrunde private und öffentliche Banken - Freitag erneuter Warnstreik bei der Commerzbank in NRW

18.06.2019

Nachdem die Arbeitgeber auch in der vierten Verhandlungsrunde kein ernstzunehmendes Angebot unterbreitet haben, ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für den kommenden Freitag (21. Juni) abermals Beschäftigte der Commerzbank zu einem ganztägigen Warnstreik auf, um den Druck vor der fünften Verhandlungsrunde weiter zu erhöhen. Betroffen sind Filialen und interne Abteilungen im Großraum Düsseldorf, Köln und Essen. Darüber hinaus werden Filialen am Niederrhein, im Bergischen Land und im westlichen Ruhrgebiet bestreikt. ver.di rechnet damit, dass sich mehrere Hundert Beschäftigte beteiligen und es zu Filialschließungen kommen wird.

„Das Arbeitgeberangebot der vierten Verhandlungsrunde war ein erneuter Schlag ins Gesicht der Beschäftigten“, erläutert Roman Eberle, Landesfachbereich Finanzdienstleistungen. „Obwohl wir bereits seit Anfang des Jahres ohne gültigen Gehaltstarifvertrag sind, bieten die Arbeitgeber weiter Reallohnverluste an. Damit wird ihr Vorgehen deutlich, das bereits seit 2016 die schrittweise Entwertung der tariflichen Vergütungen beinhaltet und nun bis ins Jahr 2021 ausgeweitet werden soll.“

Das Angebot der Arbeitgeberseite lag zuletzt bei 1,7 Prozent zum 1. August 2019, 1,2 Prozent zum 1. August 2020 und 1,2 Prozent zum 1. August 2021. Dies würde bei den angebotenen 36 Monaten Laufzeit mit sechs Nullmonaten eine durchschnittliche Gehaltssteigerung von 1,16 Prozent bei einer Inflationsrate von 2,0 Prozent im April 2019 bedeuten.

Die Tarifverhandlungen werden am 3. Juli 2019 in Berlin fortgesetzt. Im Vorfeld ruft ver.di die Beschäftigten im privaten und öffentlichen Bankgewerbe auch bundesweit zu weiteren Warnstreiks auf.

 

Für Rückfragen:

Roman Eberle 0171 – 5531471

(Landesfachbereich Finanzdienstleistungen, NRW)

Zur Forderung:

ver.di fordert in der Tarifrunde für die rund 200.000 Beschäftigten bei privaten und öffentlichen Banken 6 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für Beschäftigte mit einer übertariflichen Bezahlung will ver.di eine entsprechende Dynamisierung der Gehälter durchsetzen. Für Auszubildende fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Vergütung um 100 Euro. Des Weiteren will ver.di in der Tarifrunde neben einer deutlichen Gehaltserhöhung vor allem über Arbeitsbelastung und Weiterbildung verhandeln. Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt bei den Banken sehr rasch und tiefgreifend, darum fordert ver.di einen verbindlichen Anspruch der Beschäftigten auf Weiterbildung. Durch Rationalisierungen und ständige Umstrukturierung ist die Arbeitsbelastung immer mehr angestiegen. Aus diesem Grund fordert ver.di für alle Beschäftigten sechs Gesundheits- und Entlastungstage. Um den unterschiedlichen Bedarfen der Beschäftigten gerecht zu werden, sollen die Bankbeschäftigten zwischen Gehaltssteigerung oder Freizeit wählen können.

Pressekontakt

Lisa Isabell Wiese Pressesprecherin
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