Streiks an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf kommende Woche

Pressemitteilung vom 24.02.2023

ver.di weitet Streiks nach 2. Tarifverhandlung für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst deutlich aus - In NRW machen die Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf kommende Woche den Auftakt

In den Tarifverhandlungen für die mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen ist eine Einigung in weite Ferne gerückt. Ver.di hat hier bereits gestern in einer bundesweiten Pressemitteilung informiert.

In Nordrhein-Westfalen werden die Warnstreiks direkt zu Beginn der kommenden Woche in vielen Städten ausgeweitet. Hierzu werden die ver.di Bezirke zeitnah informieren. Den Anfang machen die Flughäfen in Köln/Bonn und Düsseldorf, welche ebenfalls in den Streik miteinbezogen werden.

Am Flughafen in Köln/Bonn beginnen die ersten Beschäftigtengruppen in der Nacht vom 26.2.2023 auf den 27.2.2023 mit den Streiks. Düsseldorf folgt kurz darauf. Durch die Schichtdienste enden die Streiks in der Nacht vom 27.2.2023 auf den 28.2.2023 an beiden Flughäfen.

Hintergrund sind einerseits die Verhandlungen für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen sowie die bundesweiten Verhandlungen für die Beschäftigten der Luftsicherheit. Für beide Beschäftigtengruppen werden zurzeit Tarifverhandlungen geführt.

„Die Beschäftigten machen mit den Streiks gemeinsam Druck auf die jeweiligen Arbeitgeber, weil in den bisherigen Verhandlungen im öffentlichen Dienst kein akzeptables Angebot unterbreitet wurde“, betont Andrea Becker, Landesfachbereichsleiterin in ver.di-NRW. Die Beschäftigten der Luftsicherheit haben Anspruch auf eine Erhöhung der Zuschläge in den Manteltarifverträgen. Dieser berechtigten Forderung haben sich die Arbeitgeber bislang verwehrt. Inflation, hohe Energie- und Lebensmittelpreise treiben die meisten Beschäftigten in eine unsichere Situation. Viele wissen nicht mehr, wie sie ihre Mieten bezahlen und den Kühlschrank füllen sollen.  Sie brauchen deutlich mehr Geld, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Das müssen die Arbeitgeber einsehen und dementsprechend reagieren. Sie müssen die gute Arbeit der Beschäftigten honorieren und sie von dem immensen finanziellen Druck entlasten.“

Aufgrund des Streiks ist mit Verspätungen, über Ausfälle bis hin zum teilweise Erliegen des Luftverkehrs an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn zu rechnen.

Becker warb für das Verständnis der Fluggäste, die durch einen Streik leider getroffen würden. Um für Entlastung zu sorgen, kündige ver.di den Streik bereits frühzeitig am heutigen Freitagmorgen (24. Februar 2023) an. So könnten viele Reisende auf alternative Möglichkeiten zurückgreifen.

 

Hinweis für die Redaktionen:

Zu den Beschäftigten, die direkt oder indirekt von den Verhandlungen für den öffentlichen Dienst betroffen sind, gehören beispielsweise die meisten Flughafengesellschaften inklusive der Flughafenfeuerwehren und der eigenen Bodenverkehrsdienstleister. Sie fordern eine Erhöhung der Gehälter um 10,5 Prozent, mindestens 500 Euro monatlich, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Bei den bundesweiten Verhandlungen für die Beschäftigten der Luftsicherheit (Fluggast- und Warenkontrolle) geht es um die Erhöhung der Zeitzuschläge für Nacht-, Sonntags-, Feiertags- und Samstagsarbeit sowie eine bessere tarifliche Regelung zur Entlohnung von Mehrarbeit. In sieben Verhandlungsrunden hat es faktisch keinerlei Fortschritt gegeben. Die Verhandlungen wurden im Januar und Februar 2020 aufgenommen und dann wegen der Pandemie zunächst nicht fortgeführt. Erst nach der Entgelttarifrunde 2022 war der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) bereit, wieder zu verhandeln. Hier gibt es bis heute kein Signal der Arbeitgeber, überhaupt eine Lösung finden zu wollen.

 

Ansprechpartner für die Streiks an den Flughäfen sind:

Düsseldorf: Peter Büddicker: 0170/2230803

                 Andrej Bill: 0151/11936907

Köln/Bonn: Özay Tarim : 0160/90121698

                 Frank-Michael Munkler: 0170/5633665