Tarifrunde WaSi NRW:

Streiks im Wach- und Sicherheitsgewerbe drohen: Demo am 19. Januar in Düsseldorf

Pressemitteilung vom 12.01.2024

Am vergangenen Dienstag (9. Januar) haben die Arbeitgeber in der dritten Verhandlungsrunde für die rund 50.000 Beschäftigten des Wach- und Sicherheitsgewerbes NRW, trotz der Ankündigung weiter zu verhandeln, kein neues Angebot vorgelegt. Sie bleiben damit bei ihrem Angebot von 90 Cent für den Großteil der Beschäftigten im Objektschutz und Pfortendienst. In der kommenden Woche plant ver.di am Freitag (19.1.) eine Demonstration zum Düsseldorfer Landtag. Die Streikenden werden gegen 10:00 Uhr am Graf-Adolf-Platz zusammenkommen. Darüber hinaus sind in den kommenden Wochen Streiks in einzelnen Unternehmen der Wach- und Sicherheitsbranche möglich.

„Die Arbeitgeber sind uns mit leeren Händen entgegengetreten. Das bisherige Angebot begründen sie mit ihrem ‚Marktinstinkt‘“, erklärte Verhandlungsführer Karsten Braun. „Diese Blockadehaltung ist nicht nur fahrlässig gegenüber den Bedürfnissen der Beschäftigten, sondern auch gegenüber der Planungssicherheit der Kundenbetriebe. Unsere Antwort werden wir am kommenden Freitag in Düsseldorf geben. Auch darüber hinaus sind weitere Streikmaßnahmen geplant!“

ver.di hatte nach dem Ende der Friedenspflicht für den 9. Januar einen Verhandlungstermin vereinbart, um bereits vor ersten Warnstreiks einen Kompromiss zu finden. Das Arbeitgeberangebot sieht allerdings nicht mehr als 6,9 Prozent ab dem 1. Februar 2024 vor und liegt damit deutlich unterhalb der Forderungen der Gewerkschaft.  

Die ver.di-Forderungen:

  • 15 Prozent für alle Lohngruppen, aber mindestens 2 Euro pro Stunde
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 200 Euro pro Ausbildungsjahr
  • Bei einer Laufzeit von 12 Monaten

Die Sicherheitsbeschäftigten gehören zu einer wesentlichen Säule der Sicherheitsinfrastruktur in unserem Land, denn neben der Objektbewachung, fallen auch Sicherheitsdienste in beispielsweise Kernkraftwerken, in Notruf- und Leitzentralen, in öffentlichen Einrichtungen und auch im NRW-Landtag in den Zuständigkeitsbereich des Tarifvertrages. „Die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen ist zudem von Schichtdiensten bei Wind- und Wetter, rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche gekennzeichnet“, so der Gewerkschafter weiter.

Zudem bestünde in der Branche ein hoher Arbeitskräftemangel im Gegensatz zu stetig wachsenden Umsatzzahlen der Unternehmen. „Wer private Sicherheit will, muss diese auch gerecht bezahlen. Bei der aktuell hohen Kostenbelastung wissen viele Kolleginnen und Kollegen nicht mehr, wie sie mit 13 Euro Stundenlohn ihre Rechnungen oder den Sprit für die Fahrt zur Arbeit zahlen sollen.“ Umso unverständlicher sei daher die starre Haltung der Arbeitgeber, die nun Streiks unausweichlich machten.

Weitere Infos unter: https://wasi-nrw.de/category/tarifrunden/ 

Pressekontakte:

  • Karsten Braun 0160-97802769 (Verhandlungsführer / Branchenkoordinator)
  • Andreas Rech 0171-2011874 (Gewerkschaftssekretär)

V.i.S.d.P.:

Lisa Isabell Wahr
ver.di Landesbezirk Nordrhein-Westfalen
Karlstraße 123-127
40210 Düsseldorf

lisa-isabell.wahr@verdi.de
-------------------------------------------------------------
Sollten Sie keine Presseinformationen des ver.di Landesbezirks Nordrhein-Westfalen mehr erhalten wollen, senden Sie bitte eine E-Mail an Pressestelle.nrw@verdi.de. 
© Copyright 2024 – ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft