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Handwerkliche Fehler bei Menschen Hautnah im WDR - dju in ver.di kritisiert journalistisches Fehlverhalten und öffentlich-rechtliche Beschäftigungsverhältnisse

25.01.2019

In Reportagen der WDR-Reihe „Menschen hautnah“ sind handwerkliche Fehler bekannt geworden worden. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in NRW kritisiert nicht nur das journalistische Fehlverhalten, sondern auch die Beschäftigungsverhältnisse im öffentlich-rechtlichen Sender, die solchen Vergehen Vorschub leisten.

Protagonisten der WDR-Reihe „Menschen hautnah“ waren als lebensechte Fälle portraitiert worden, die allerdings von einer Casting-Agentur kamen. Der WDR, der die Fehler mittlerweile zugibt, hat sich nach eigenem Bekunden inzwischen von der Autorin des Films getrennt.

„Da 90 Prozent des WDR-Programms von freien Mitarbeitern produziert werden, tut der Sender sich leicht, jemandem die Beschäftigung zu entziehen. Doch damit wird das Problem nicht gelöst“, so Hektor Haarkötter, Sprecher des dju-Landesverbands NRW. Die dju NRW kritisiere dieses Vorgehen, da hier die Gesamtverantwortung für unsaubere Arbeit einer einzelnen, nicht fest angestellten Kollegin zugeschoben wird, um von den systematischen Schwachstellen der journalistischen Arbeit beim WDR abzulenken.

Der Sender habe redaktionell den Nährboden für handwerkliche Fehler bereitet. Dazu zähle, dass Vorrecherchen in vielen Fällen nicht vergütet würden und gerade bei längeren Fernsehformaten häufig sogar Vordrehs und Castingaufnahmen erwartet würden, die ebenfalls unbezahlt blieben.

Hinzu käme, dass auch der öffentlich-rechtliche WDR sich offenbar schwertue, sich thematisch von den privaten Sendern abzusetzen: „Gerade die Sendereihe ‚Menschen hautnah‘ fischt schon länger im Seichten“, so dju-Sprecher Haarkötter weiter. Mit Herz-Schmerz-Geschichten könne vielleicht Quote erzielt werden, allerdings auf Kosten des öffentlich-rechtlichen Anspruchs. Wenn dann noch grobe Fehler in der Berichterstattung gemacht würden, werde die Glaubwürdigkeit des Senders und damit auch des Mediensystems insgesamt untergraben.

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