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Regelbetrieb in NRW: Kita-Beschäftigte fühlen sich im Stich gelassen …

Fachbereich Gemeinden

Regelbetrieb in NRW: Kita-Beschäftigte fühlen sich im Stich gelassen

10.06.2020

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in NRW begleitet die in dieser Woche umgesetzten erweiterten Kita-Öffnungen mit großer Sorge und fordert von Politik und Trägern klare Vorgaben zu Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen, die konzeptionelle Einbindung der Beschäftigten sowie flächendeckende Testungen. Seit dem 8. Juni können alle Eltern ihre Kinder wieder in die Kindertagesstätten bringen, ohne bestimmte Kriterien erfüllen zu müssen. Damit steigt die Betreuungsquote von rund 30 auf 100 Prozent. Allerdings stehen durchschnittlich 30 Prozent der Fachkräfte aufgrund einer Zugehörigkeit zu Risikogruppen nicht für die direkte Arbeit mit den Kindern zur Verfügung.  

Dazu erklärte Sabine Uhlenkott, Landesfachbereichsleiterin Gemeinden, ver.di NRW: „Die Umsetzung des Normalbetriebs löst aufgrund des Personalmangels und der Infektionsgefahr große Verunsicherung aus. Aus unserer Sicht wäre es wichtig gewesen, die Beschäftigten bei der Planung der Kita-Öffnungen einzubinden und diese schrittweise vorzunehmen. Damit hätte der aktuelle Druck auf die Kolleginnen und Kollegen deutlich verringert werden können. Zwar sind die Betreuungszeiten reduziert worden, zeitgleich fallen den ohnehin durch Fachkräftemangel gebeutelten Beschäftigten aber neue Aufgaben zu. Dazu gehören die Dokumentation aller Anwesenden, das gestaffelte Bring- und Abholsetting sowie die Umsetzung der Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen.“ Die pädagogische Arbeit könne so nicht wahrgenommen werden. Statt frühkindliche Bildung zu vermitteln könnten die Kinder maximal beaufsichtigt werden.

Aus verschiedenen Einrichtungen ertönt außerdem Unverständnis über die fehlende Wertschätzung durch die Landesregierung, die mit einem Vorlauf von gerade einmal zwei Wochen den Schritt aus der Notbetreuung in die Regelbetreuung verordnet hat. Dabei sei der Landesregierung bekannt, dass Fachkräftemangel vorherrsche und gefährdete Personen von der Arbeit mit Kindern weiterhin Abstand nehmen müssten. „Zum Schutz der Beschäftigten wurden nun Maskensets verschickt. Obwohl die Kolleginnen und Kollegen wertvolle pädagogische Arbeit leisten, fehlt hier aus unserer Sicht erneut die Wertschätzung für die Berufsgruppe“, so Uhlenkott. Viele fühlten sich durch die Bereitstellung der aus Einzelteilen bestehenden Masken erneut als ‚Basteltanten‘ abgestempelt.

„Wir sind überzeugt, dass unter Einbeziehung regelmäßiger Testungen sowohl der Verunsicherung als auch der fehlenden Berücksichtigung der Beschäftigten Rechnung getragen werden kann. Die Wertschätzung der Berufsgruppe durch das Land ist bei den Kita-Beschäftigten jedenfalls nicht angekommen“, so Uhlenkott abschließend.

Kontakt:

Marlene Seckler, kommunale Kitas: 0151-1250645 (Fachbereich Gemeinden)

Serdar Agit Boztemur, freie Träger: 0151-10568535 (Fachbereich Gesundheit und Soziales)

Pressekontakt

Lisa Isabell Wiese Pressesprecherin
ver.di Landesbezirk NRW
0211.61 824-110 lisa-isabell.wiese@verdi.de
pressestelle.nrw@verdi.de