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Politische Achterbahnfahrt bei Kitas, in der Jugendhilfe und …

Sozial- und Gesundheitswesen in NRW

Politische Achterbahnfahrt bei Kitas, in der Jugendhilfe und in offenen Ganztagsschulen

Betriebs- und Personalräte planen Abhilfe 06.06.2013

Die unzureichende Betreuungssituation in sozialen Einrichtungen und dringend notwendige Abhilfemaßnahmen sind Thema einer Fachtagung von 80 Betriebs- und Personalräten aus dem Sozial- und Gesundheitswesen in NRW, die am Samstag (8.6.) im Essener „Unperfekthaus“ stattfindet. „Egal, ob wir uns Kindertagesstätten, Offene Ganztagsschulen oder die stationäre Jugendhilfe anschauen, die fachliche Analyse ist die Gleiche: Die Entwicklung im Sozial- und Erziehungsdienst gleicht einer Achterbahnfahrt mit ungewissen Höhen und Tiefen. Wir wollen analysieren und konkrete Wege aufzeigen, um die Situation der Kinder und der Beschäftigten zu verbessern“, heißt es in einer Erklärung zu der ver.di-Tagung.

Erstmals wird Wolfgang Cremer, neuer Fachbereichsleiter Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen bei ver.di NRW, zum Tagungsthema Stellung beziehen. Seine Vorgängerin Sylvia Bühler, die jüngst in den ver.di-Bundesvorstand gewählt wurde, wird die Betriebs- und Personalräte in ihrer neuen Funktion über inhaltliche Schwerpunktsetzung der Gewerkschaft im Wahljahr informieren.

„Neuformulierungen des Bildungsbegriffes wie im neuen Kita-Gesetz angedacht oder kleinere Finanzspritzen helfen alleine nicht weiter“, sagte Wolfgang Cremer. Nur dem Umstand, „dass die Beschäftigten in den sozialen Einrichtungen Tag für Tag an und über ihre Grenzen gehen“, sei es zu verdanken, dass die Betreuung und Versorgung überhaupt noch funktioniere. Der Fachkräftemangel aufgrund unterdurchschnittlicher Bezahlung, schlechte Arbeitsbedingungen und die stark ansteigende Krankheitsquoten durch andauernde Überforderung werden zum Kollaps dieses Systems führen, wenn nicht schnellstens eingegriffen wird“, befürchtet Cremer. An dem formulierten Anspruch „Kein Kind zurück zu lassen“ müsse sich die Landesregierung messen lassen. „Ohne eine ausreichende Finanzierung von Personal- und Sachmitteln in sozialen Einrichtungen bleibt dieses Ziel ein frommer Wunschtraum“, so der Gewerkschafter.