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„Post kämpft gegen die eigenen Beschäftigten“

Paketzentrum Hagen in Streik einbezogen

„Post kämpft gegen die eigenen Beschäftigten“

23.06.2015

Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Post AG hat die Gewerkschaft ver.di am Nachmittag ( Montag, den 22. Juni) auch das Paketzentrum Hagen in den Streik einbezogen. Dagegen wurde das Paketzentrum Krefeld aus streiktaktischen Gründen trotz Ankündigung nicht bestreikt. Mittlerweile haben mehr als 30.000  Beschäftigte bundesweit die Arbeit niedergelegt. Am Morgen hatte ver.di neue Streiks in den Paketzentren Bielefeld, Greven und Köln ausgerufen. Darüber hinaus wurden mit Beginn der Frühschicht zusätzlich Zustellbezirke in Bad Bentheim, Spelle, Hörstel, Altenberge und Herzogenrath bestreikt. Landesweit sind seit zwei Wochen alle Briefverteilzentren in den Arbeitskampf einbezogen.

Der ver.di-Fachbereichsleiter für Postdienste in NRW, Uwe Speckenwirth, forderte die Parteien in Land und Bund auf, dem Konzernvorstand die Grenzen im Umgang mit Beschäftigten und Gewerkschaften aufzuzeigen. Existenzbedrohung, telefonische Belästigung Streikender, offene Behinderung von Betriebsratswahlen, Durchführung nicht genehmigter Sonntagsarbeit: Der Vorstand der Deutschen Post AG wolle „offensichtlich einen Feldzug gegen Gewerkschaften führen, statt wie bisher sozialpartnerschaftlich zusammenzuarbeiten“, so Speckenwirth. Es sei an der Zeit, dass der Bund als größter Gesellschafter der Deutschen Post AG seiner Verantwortung nachkommt. „Der Konzernvorstand verbrennt jeden Tag Millionen Euro im Kampf gegen seine eigenen Beschäftigten. Sein einziges Ziel ist es, die Löhne abzusenken, um die Renditen der Aktionäre noch weiter zu erhöhen“, sagte Speckenwirth. „Dieser Vorstand hat nur den Kapitalmarkt im Sinn und pfeift auf die Beschäftigten.“

ver.di hatte der Post AG nach sechs Verhandlungsrunden mit zehn Verhandlungstagen ein umfassendes Angebot vorgelegt, um den Konflikt zu bereinigen. Dabei sei man „an die Schmerzgrenze des Möglichen“ seitens der Gewerkschaft gegangen. Das Angebot sah einen Verzicht auf lineare Lohnerhöhungen und eine Änderung der Entgelttabelle vor. Im Gegenzug sollten die 49 Regionalgesellschaften (DHL Delivery GmbHs) unter den Haustarifvertrag der Deutschen Post AG fallen und Schutzregelungen zu Kündigung und Fremdvergabe weiter bestehen. Dies hatte der Vorstand der Deutschen Post AG abgelehnt.

Einzelheiten und mehr Informationen unter

0211-61 824-362 (Streikleitung NRW)