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Gute Streikbeteiligung an Unikliniken Düsseldorf und Essen

Gute Streikbeteiligung an Unikliniken Düsseldorf und Essen

27.06.2018

 

Skandal ist nicht der Streik, sondern der Normalzustand!

Gute Streikbeteiligung an Unikliniken Düsseldorf und Essen.

Notdienste in beiden Häusern sichergestellt.

An den Unikliniken Düsseldorf und Essen folgten heute insgesamt rund 900 Beschäftigte dem Aufruf der Gewerkschaft ver.di zu Warnstreiks für einen Tarifvertrag Entlastung. 400 Streikende aus beiden Betrieben beteiligten sich am Vormittag an einer Demonstration durch die Essener Innenstadt.

„Die Streikbeteiligung ist gut und wächst weiter. In Düsseldorf sind immer mehr Kolleginnen und Kollegen das erste Mal beim Streik dabei“, stellt Wolfgang Cremer, Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Soziales von ver.di in NRW fest. „In beiden Betrieben mussten wir heute Streikende zurück ins Haus schicken. Wir halten uns an unser Versprechen, den Notdienst aufrecht zu erhalten. Unser Streik richtet sich gegen die Arbeits- und Versorgungsbedingungen in den Kliniken – nicht gegen die Menschen, denen wir täglich helfen. Der Skandal ist nicht der Streik, sondern der Normalzustand.“

„Für uns ist es nicht leicht, dass wir jetzt streiken müssen. Aber wir werden bei der Arbeit krank. So kann es doch nicht weitergehen. Jeden Tag ertragen zu müssen, dass wir kranke Menschen nicht so versorgen können, wie es mit ausreichend Personal möglich wäre!“, sagt Dominik Ledwig, Fachkrankenpfleger an der Uniklinik Essen. „Mich macht es unglaublich wütend, wenn die Vorstände der Unikliniken Essen und Düsseldorf immer wieder erklären, sie seien nicht zuständig für mehr Personal im Haus. Wofür sind sie denn da, wenn nicht dafür, die Gesundheitsversorgung der Beschäftigten und Patientinnen sicher zu stellen?“ Er sei schließlich nicht bei der Tarifgemeinschaft deutscher Länder angestellt, sondern im Uniklinikum. „Deshalb muss die Klinikleitung endlich handeln, statt weiter Ausflüchte zu suchen.“

„Die Arbeitgeber tragen die Verantwortung, die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu schützen“, stimmt Wolfgang Cremer zu. „Die politisch Verantwortlichen stehen in der Pflicht, eine gute Patientenversorgung sicherzustellen. Dafür müssen verbindliche Personalvorgaben her, die eine bedarfsgerechte Pflege ermöglichen. Wenn die Arbeitgeber das auch wollen, müssen sie mit den politisch Verantwortlichen verhandeln. Die Belegschaft verhandelt völlig zu Recht mit ihrem Arbeitgeber.“ Zeitgleich mit dem Warnstreik sind die ver.di-Mitglieder am Uniklinikum Düsseldorf zur Urabstimmung über einen unbefristeten Streik aufgerufen. Das Ergebnis soll am späten Freitagabend vorliegen.