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Verhandlungen ergebnislos unterbrochen

Tarifrunde Einzelhandel NRW:

Verhandlungen ergebnislos unterbrochen

Weniger ein Angebot, mehr ein Almosen / Beschäftigte werden erpresst 04.07.2013

Auch die dritte Verhandlungsrunde im nordrhein-westfälischen Einzelhandel brachte keine Annäherung der Tarifvertragsparteien. Die Arbeitgeberseite legte zwar ein erstes Angebot vor, beharrte aber gleichzeitig auf deutliche Verschlechterungen im gekündigten Manteltarifvertrag (MTV). Ein Tarifabschluss sei nur in einem „Gesamtpaket“ verhandelbar.

Das Angebot der Arbeitgeber sieht wie folgend aus: 

  • Ab 1. August 2013 eine Erhöhung um 2,5 Prozent
  • Ab dem 1. April 2014 eine Erhöhung um 1,5 Prozent
  • Für Auszubildende gleiche Erhöhungen jeweils zum 1. September 2013 und 2014
  • Laufzeit 24. Monate bis zum 30. April 2015

Die Arbeitgeber blieben bei ihren Gegenforderungen: 

  • „Flexibilisierung“, besser Abbau von Schutzrechten der Arbeitszeit für alle (Stichwort: Arbeitszeitkonten).
  • Ersatzlose Streichung der Zuschläge für Spätöffnung und Nacharbeit für sogenannte Hilfstätigkeiten wie zum Beispiel Schließ- und Wachdienst, Preisauszeichnung, Warenverräumung, Hausreinigung.
  • Streichung des Anspruchs auf Stundenaufstockung für Teilzeitbeschäftigte die 17 Wochen mehr als 20 Prozent ihrer vereinbarten Arbeitszeit leisten.
  • Kürzung der Vergütung für Teilzeitbeschäftigte durch die Hintertür.
  • Neu ist ihre Forderung zur Schaffung einer Niedriglohngruppe für sogenannte Hilfstätigkeiten.
  • Streichung der Zulage für KassiererInnen
  • Abschaffung des Durchstiegs für Beschäftigte ohne abgeschlossene Berufsausbildung in die Gehaltsgruppe 1
  • Streichung der Zulage u.a. für Ausbildungsbeauftragte, Ersthelfer

Die ver.di-Verhandlungskommission bewertete das Entgeltangebot als „viel zu niedrig und bei weitem nicht ausreichend“. Die Gegenforderung wurde als nicht verhandelbar zurückgewiesen. Silke Zimmer, ver.di-Verhandlungsführerin: „Das ist weniger ein Angebot mehr ein Almosen. Und dieses Almosen wird noch mit Verschlechterungen im Manteltarifvertrag gekoppelt. Dieses Junktim ist nichts anderes als eine Erpressung der Beschäftigten und das ist mit uns nicht zu machen“.

Die Tarifverhandlungen werden am 24. Juli in Recklinghausen fortgesetzt.