Tarifrunde Einzelhandel NRW: ver.di ruft die Beschäftigten im Westen von NRW zum Streik auf

Pressemitteilung vom 03.05.2023


Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft am heutigen Mittwoch (03.05.2023) die Beschäftigten aus dem Einzelhandel im ver.di-Bezirk Aachen/Düren/Erft zu ersten Warnstreiks in der aktuellen Tarifrunde auf. In der vergangenen Woche haben die Arbeitgeber (Handelsverband NRW) in der ersten Verhandlungsrunde für die rund 700.000 Beschäftigten der Branche ein Angebot vorgelegt, das die aktuelle Preissteigerung von 6,9 Prozent (März 2023) nicht ansatzweise kompensiert und somit zu Reallohnverlusten führt. 

140 Kolleginnen und Kollegen aus acht Betrieben im ver.di-Bezirk Düssel-Rhein-Wupper haben gestern gestreikt. Heute ruft ver.di die Beschäftigten von Kaufland in Aachen, Pulheim, Jülich und Würselen, von Rewe in Niederzier, von H&M in Düren sowie von Galeria Karstadt Kaufhof in Aachen zum Warnstreik auf. 

Das Angebot der Arbeitgeber sieht eine Erhöhung für das erste Tarifjahr in Höhe von 3 Prozent zum noch völlig offenen Abschlussmonat vor. Das bedeutet für eine Verkäuferin in der Endstufe (ab dem 6. Berufsjahr) eine Erhöhung des Stundenentgelts um gerade einmal 52 Cent. ver.di dagegen fordert für die Beschäftigten eine Erhöhung des Stundenentgelts um 2,50 Euro. Zudem bieten die Arbeitgeber eine Inflationsausgleichsprämie als Einmalzahlung (2023) in Höhe von 750 Euro an. Zu den weiteren Forderungen von ver.di, einem rentenfesten Mindeststundenentgelt in Höhe von 13,50 Euro und der gemeinsamen Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge (AVE) verweigern die Arbeitgeber die Verhandlungen. 

„Die Beschäftigten im Einzelhandel halten dieses Angebot für eine Unverschämtheit, weil gerade sie unter den gestiegenen Lebenshaltungskosten leiden. Die gestiegenen Preise für Lebensmittel und Energie wirken sich für die Kolleginnen und Kollegen viel stärker aus als für Menschen mit hohen Einkommen. Sie brauchen jetzt nachhaltige, tabellenwirksame Entgelterhöhung. Da die Arbeitgeber dies in der ersten Verhandlungsrunde ignoriert haben, zeigen ihnen die Beschäftigten jetzt, dass sie bereit sind für ihre Forderungen zu kämpfen“ so ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer

ver.di fordert in der Tarifrunde 2023 im Einzelhandel NRW 2,50 Euro mehr Gehalt und Lohn pro Stunde. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 250 Euro angehoben werden. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge und ein rentenfestes Mindestentgelt von 13,50 Euro pro Stunde. 

Die Verhandlungen werden am 22. Mai in Recklinghausen fortgeführt. 

Kontakt: 

Heino Georg Kaßler: 0175 2976712 

Kontakt vor Ort: 

Jana Zorn: 0151 64934111