Pressemitteilungen

Tarifrunde AWO NRW: Ungewöhnlicher Start – „TVöD-Light reicht …

Fachbereich Gesundheit und Soziales

Tarifrunde AWO NRW: Ungewöhnlicher Start – „TVöD-Light reicht nicht aus“

28.01.2021

Zur Vermeidung einer Tarifauseinandersetzung bei der AWO NRW, hat die Arbeitgeberseite bereits im Vorfeld der Forderungsaufstellung der Gewerkschaft ein erstes Angebot übermittelt. ver.di bewertet das frühe Angebot als positives Signal, stellt aber weitergehende Forderungen und Erwartungen auf, um die vorhandene Lücke zum TVöD zu schließen. Bei der AWO NRW sind rund 60.000 Menschen beschäftigt. Unter den Tarifvertrag fallen aber nur rund 35.000 Beschäftigte.

„Wir begrüßen den Ansatz der Arbeitgeber, sich am jüngsten Abschluss des öffentlichen Dienstes zu orientieren. Mit dieser Orientierung ist das längst fällige Tarifniveau des TVöD allerdings bei weitem nicht erreicht“, erklärte Katharina Wesenick, Fachbereichsleiterin Gesundheit und Soziales in NRW.

Ergänzend zum Arbeitgeberangebot fordert ver.di deshalb:

  • die Vereinbarung eines Mindestbetrages von 75 €, um gerade in der Krise eine notwendige soziale Komponente zu verankern und Ungleichbehandlungen im Vergleich zum öffentlichen Dienst abzuschwächen.

Außerdem erwartet die Gewerkschaft:

  • die spürbare Aufwertung der Tätigkeit der Kinderpfleger*innen,
  • gleiche Bezahlung von Erzieher*innen in der OGS und anderen Erzieher*innen bei der AWO NRW,
  • die Erhöhung von Nachtarbeitszuschlägen sowie die Übernahme von Regelungen zum Zusatzurlaub aus dem TVöD,
  • die Aufnahme der „PiAs“ in den Geltungsbereich des TV Auszubildende zur Bekämpfung des Fachkräftemangels,
  • die Beibehaltung der bisherigen Vorteilsregelung für ver.di-Mitglieder.

„Wir wollen keinen TVöD-Light! Gerade in der Corona-Zeit verdient die Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen volle Anerkennung, die in die Zukunft wirkt, für alle Beteiligten Wertschätzung widerspiegelt und Sicherheit garantiert“, so ver.di-Verhandlungsführerin, Susanne Hille.

Großteil der Beschäftigten ist unzufrieden mit Arbeitsbedingungen und Gehalt

Laut einer ver.di Umfrage, an der sich ca. 1.500 Beschäftigte beteiligt haben, sind nur 6 Prozent der Befragten mit dem Lohnniveau einverstanden. Über die Hälfte der Befragten ist mit den Arbeitsbedingungen unzufrieden.

„Gerade Corona macht noch einmal deutlich, welche Rolle und Bedeutung Tarifvertragsparteien bei der Krisenbewältigung für Arbeitgeber, Beschäftigte und Gewerkschaften haben. Gemeinsam werden Lösungen gesucht und gefunden. Gleichzeitig müssen wir konstatieren, dass Tausende unserer Kolleginnen und Kollegen nicht vom Tarifvertrag AWO NRW erfasst werden. Das führt dazu, dass in einem Haus unterschiedliche Tarifverträge gelten, was eine Spaltung der Belegschaft bewirkt“, mahnte Wesenick.

ver.di fordert die AWO-Arbeitgeber deshalb auf, sich gemeinsam für die Bindung an den AWO-Tarifvertrag in NRW einzusetzen.

Der erste Verhandlungstermin ist für die zweite Februarhälfte geplant.

Kontakt:

Susanne Hille – 0211 61824292 / 0171 2201101

Pressekontakt

Lisa Isabell Wiese Pressesprecherin
ver.di Landesbezirk NRW
0211.61 824-110 lisa-isabell.wiese@verdi.de
pressestelle.nrw@verdi.de