Tarifrunden Einzelhandel und Groß- und Außenhandel NRW: Betriebsräte des Groß- und Außenhandels demonstrieren vor dem Arbeitgeberverband in Düsseldorf – weitere Streiks in NRW

Pressemitteilung vom 04.05.2023


Am heutigen Donnerstag (04.05.2023) ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten im Einzelhandel im ver.di-Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen sowie von Amazon in Werne und Dortmund zum Streik auf. Außerdem findet in Düsseldorf eine Demonstration von Beschäftigten des Groß- und Außenhandels statt. Die Arbeitgeber der rund 700.000 Beschäftigten des Einzelhandels und der rund 360.000 Beschäftigten des Groß- und Außenhandels haben in den jeweiligen ersten Verhandlungsrunden lediglich Reallohnverluste angeboten. 

Anlässlich einer Betriebsrätekonferenz in Düsseldorf werden Betriebsräte des Groß- und Außenhandels in der Mittagspause um 12.30 Uhr von der ver.di-Landesgeschäftsstelle in der Karlstraße zum Arbeitgeberverband in der Achenbachstraße ziehen, um dort ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. 

In den letzten beiden Tagen waren 270 Beschäftigte aus 15 Betrieben in den ver.di-Bezirken Düssel-Rhein-Wupper und Aachen/Düren/Erft an den Streiks beteiligt. Ein starker Auftakt der Kolleginnen und Kollegen. Nun sind die Beschäftigten von Galeria in Köln (Breite Str., Neusser Str. und Hohe Str.), vom Edeka Center in Wachtberg, von Edeka-Neukauf in Leverkusen, von H&M in Leverkusen, Bonn, Köln (Hohe Str. und Mailänder Passage), von Esprit in Bonn, von Kaufland in Köln (Boltensternstr., Kalker Hauptstr., Frankfurter Str. und Gremberger Str.), Bergisch Gladbach und Leverkusen, von IKEA in Köln (Godorf und Butzweilerstr), von Primark in Köln zum Warnstreik aufgerufen. Die Beschäftigten von Amazon in Werne und Dortmund sind ebenfalls für die Tarifbindung im Einzel- und Versandhandel NRW zum Streik aufgerufen. 

In der ersten Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber in beiden Branchen Angebote vorgelegt, die bei einer aktuellen Preissteigerung von 6,9 Prozent (März 2023) Reallohnverluste für die Beschäftigten bedeuten. Im Einzelhandel boten die Arbeitgeber 3 Prozent mehr Lohn und Gehalt für das Jahr 2023 sowie 750 Euro Inflationsprämie ab dem bislang noch völlig offenen Abschlussmonat. Im Groß- und Außenhandel sollen in diesem Jahr die Entgelte nach sieben Nullmonaten im Dezember um 4 Prozent erhöht und im Abschlussmonat eine Inflationsprämie von 700 Euro gezahlt werden. Die in beiden Branchen geforderte gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge (AVE) ist für die Arbeitgeber kein Thema, über das sie überhaupt verhandeln möchten.

Für die ver.di-Verhandlungsführerin in den beiden Branchen des Handels, Silke Zimmer, sind die Streiks die einzig mögliche Reaktion auf die Angebote der Arbeitgeber: „Viele Beschäftigte im Handel wissen nicht mehr ein noch aus. Geschweige denn, wie sie die steigenden Lebenshaltungskosten bezahlen sollen. Die angebotenen Erhöhungen sind daher völlig unangemessen. Wer dafür sorgt, dass der Laden läuft und die Menschen mit allen Lebensnotwendigen versorgt werden, der hat es verdient, angemessen bezahlt zu werden.“

ver.di fordert in der Tarifrunde 2023 im Einzelhandel NRW 2,50 Euro mehr Gehalt und Lohn pro Stunde. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 250 Euro angehoben werden. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge und ein rentenfestes Mindestentgelt von 13,50 Euro pro Stunde.

Die Verhandlungen für die Beschäftigten im Einzelhandel NRW werden am 22. Mai in Recklinghausen fortgeführt.

Im Groß- und Außenhandel NRW fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Entgelte von 13 Prozent, mindestens aber 400 Euro. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 250 Euro angehoben werden. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge.

Die Verhandlungen für die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel NRW werden am 25. Mai 2023 fortgesetzt.

Kontakt vor Ort:

Heino Georg Kaßler (Düsseldorf): 0175 2976712

Jana Zorn (ver.di-Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen): 0151 64934111

Philip Keens (Amazon Werne und Dortmund): 0160 5144970