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Corona-Tests für Kitas gefordert: Erweiterte Öffnungen erhöhen …

Fachbereich 3 / 7

Corona-Tests für Kitas gefordert: Erweiterte Öffnungen erhöhen das Risiko für die Beschäftigten

15.05.2020

Nachdem die NRW-Landesregierung gestern (Donnerstag, 14. Mai 2020) die Notbetreuung in den Kitas für Vorschulkinder mit Anspruchsberechtigung geöffnet hat, fordert ver.di flächendeckende Corona-Tests für die Beschäftigten in den nordrhein-westfälischen Einrichtungen. Aus Sicht der Gewerkschaft werden durch die Lockerung rund 50.000 Kinder in die Einrichtungen zurückkehren. Diese Zahl könnte Ende Mai noch einmal um weitere 100.000 Vorschulkinder erweitert werden. Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung den Beschäftigten gegenüber, den Gesundheitsschutz neu zu bewerten.

„Die steigenden Zahlen bringen die Beschäftigten in ein Dilemma, zwischen den Bedürfnissen der Kinder, der Eltern und dem Gesundheitsschutz wählen zu müssen. Auch der Leidensdruck der Eltern ist hoch. Der Schutz ist schwieriger umzusetzen, da Kinder Abstandsregelungen nicht wie Erwachsene befolgen, in den Einrichtungen kaum Nasen-Mund-Schutz getragen wird und Hygienematerialien nicht überall ausreichend vorhanden sind“, erklärte Gabriele Schmidt, Landesbezirksleiterin ver.di NRW. „Die dünne Personaldecke in den Tageseinrichtungen, sowohl im kommunalen Bereich wie auch bei allen weiteren Trägern, verschärft die Situation weiter. In einigen Kommunen führt die Personalsituation bereits dazu, dass trotz der erhöhten Gefahr Träger unter Druck gesetzt werden, auch Beschäftigte aus Risikogruppen einzusetzen.“

ver.di begrüßt zwar die erweiterten Öffnungen, aus Sicht der Gewerkschaft entsteht so aber ein erhöhter Bedarf, Beschäftigte in den Kitas regelmäßig und flächendeckend zu testen. „Kontinuierliche Corona-Tests erhöhen nicht nur den Infektionsschutz, sondern sie geben den Kita-Beschäftigten auch Gewissheit über ihren gesundheitlichen Zustand. Durch eine zusätzliche Testung auf Antikörper können ehemals Infizierte dort eingesetzt werden, wo das Risiko einer Neuinfektion am größten ist. Nur so kann aus unserer Sicht langfristig die Arbeitssicherheit aufrechterhalten werden“, so die Gewerkschafterin am Freitag. Ein weiterer Vorteil der geforderten Tests sei, dass Infektionsverläufe schneller erkannt würden und damit umgehend auf steigende Infektionszahlen reagiert werden könne. Die Finanzierung der Tests sei Aufgabe der Länder.

Kontakt:

Marlene Seckler:  0151 12505645 (Gewerkschaftssekretärin, Landesfachbereich Gemeinden)

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