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Drei Tage erhebliche Einschränkungen

Dauerstreik bei Postbank Filialen in NRW

Drei Tage erhebliche Einschränkungen

22.04.2015

Die erste Streikwelle nach der Urabstimmung über unbefristete Streiks bei der zum Deutsche Bank Konzern gehörenden Postbank und dem Filialvertrieb erfasst jetzt auch NRW. Für Freitag, Samstag und Montag hat die Gewerkschaft ver.di die Beschäftigten der rund 150 Postbank-Filialen zum Dauerstreik aufgerufen. Freitag und Montag sollen auch die Beschäftigten der Postbank AG und der Firmenkunden AG an den Standorten Köln und Dortmund/Essen sowie die Belegschaft der Bonner Zentrale die Arbeit niederlegen. ver.di rechnet an den Tagen mit erheblichen Einschränkungen des Geschäftsverkehrs bis hin zu Schließungen von Filialen. An dem Ausstand sollen 1.500 Beschäftigte teilnehmen.

Am Freitag ist eine landesweite Kundgebung vor der Postbank-Zentrale in Bonn und am Montag vor der Deutschen Bank-Filiale in Essen vorgesehen. In der Urabstimmung hatten sich 94,8 Prozent der ver.di-Mitglieder bei der Postbank für einen unbefristeten Streik ausgesprochen.

ver.di fordert für die bundesweit rund 9.500 Beschäftigten der Postbank Filialvertrieb AG fünf Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, die Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Ende 2020, eine Angleichung der Ausbildungsvergütung auf das Postbankniveau und die Weiterführung der Postbankzulage. Für die rund 2.700 Beschäftigten der Postbank AG, Firmenkunden AG und BHW-Gruppe fordert ver.di einen Vorruhestand mit Rechtsanspruch sowie den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2020.

Vor dem Hintergrund des Strategieprozesses der Deutschen Bank weigert sich die Arbeitgeberseite nach vier bzw. drei Verhandlungsrunden bisher beharrlich, über diese Forderung zu verhandeln. Auch in einem Spitzengespräch mit Vorstandsmitgliedern der Deutschen Bank hat das Management die Chance verpasst, den Tarifkonflikt beizulegen. Am Freitag wird in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bank über die künftige Ausrichtung des größten deutschen Geldhauses entschieden. Die Beschäftigten sind durch immer neue Spekulationen über den Verbleib der Postbank und/oder des gesamten Privatkundengeschäfts aufs Äußerste verunsichert. Der Kündigungsschutz, der seit mehr als 20 Jahren elementarer Bestandteil der Tarifverträge ist, wird von der Arbeitgeberseite verweigert. In der jetzigen Situation erwarte man, dass die Deutsche Bank zu ihren Beschäftigten steht und die Veränderungen mit ihnen und nicht gegen sie umsetzt, hieß es bei ver.di.

Kontakt: Roman Eberle, Tel.: 0171.55 31 471

Hinweis für die Redaktion:

Die Kundgebung am Freitag beginnt um 11 Uhr vor der Postbank-Zentrale in Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 114. Redner ist Frank Fassin, Fachbereichsleiter Finanzdienstleistungen ver.di NRW.

Die Kundgebung am Montag in Essen beginnt um 11 Uhr vor der Niederlassung der Deutschen Bank, Lindenallee 29. Redner ist Christoph Meister, ver.di Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführer in dem Tarifkonflikt.