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FedEx flüchtet aus Haustarifverträgen: Erste Warnstreiks in Dortmund, …

Fachbereich Spedition und Logistik

FedEx flüchtet aus Haustarifverträgen: Erste Warnstreiks in Dortmund, Düsseldorf (Ratingen), Köln und Mönchengladbach

16.09.2021

Das Logistik-Unternehmen FedEx hat alle bundesweit bestehenden Haustarifverträge mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) gekündigt. Die Kündigung der Mantel- und Entgelttarifverträge der FedEx Germany GmbH erfolgte zum 30. Juni 2021. Zum 1. Juli ist das Unternehmen den jeweiligen Arbeitgeberverbänden beigetreten, um die regionalen Flächentarifverträge des Speditions- und Logistikgewerbes anzuwenden. Nachdem eine erste Verhandlungsrunde in Nordrhein-Westfalen am Mittwoch (15.9.) gescheitert ist, ruft ver.di nun am Freitag (17.9.) zu ganztägigen Streiks an den Standorten Dortmund, Düsseldorf (Ratingen), Köln und Mönchengladbach auf. 

„Wir bewerten das Vorgehen von FedEx als eine besondere Form der Tarifflucht, die für die Beschäftigten mit hohen Einkommensverlusten von bis zu 1.000 Euro verbunden sein kann. Unser Ziel ist es, mit FedEx einen ergänzenden Tarifvertrag abzuschließen, um drohende Einkommensverluste dauerhaft zu verhindern und auch zukünftig eine Teilhabe der Beschäftigten an der Tarifentwicklung sicherzustellen“, erklärt Uwe Speckenwirth, Fachbereichsleiter Spedition und Logistik NRW. „Die erste Verhandlungsrunde mit FedEx in NRW ist gescheitert, da die Arbeitgeberseite sich uns nicht annähern wollte. Darauf reagieren wir nun mit ersten Streikmaßnahmen.“ 

FedEx betonte gegenüber ver.di zwar, dass sich nach der Kündigung für die bestehende Belegschaft nichts ändere, da die bisher in den Haustarifverträgen geregelten Bedingungen auf arbeitsvertraglicher Ebene weitergelten. Die Folge der Tarifflucht ist aber, dass sich die bisherigen Tariflöhne für die bestehende Belegschaft nicht mehr erhöhen werden, wie es sonst durch Haustarifverhandlungen in dem Unternehmen üblich gewesen wäre. Neue Beschäftigte würden zudem zu deutlich schlechteren Bedingungen eingestellt werden. In NRW zum Beispiel beträgt die Lohndifferenz eines langjährigen Beschäftigten als "FedEx Courier" (Tarifgruppe 4, Haustarifvertrag) zum Kurier NRW (Entgeltgruppe 3, Flächentarifvertrag) zwischen 1.000 bis 1.500 Euro monatlich. Die Behauptung des Konzerns, es gehe nicht um Lohnabsenkung, sondern um eine einheitliche Tarifstruktur, ignoriert, dass gerade mit der Anwendung regionaler Flächentarifverträge im Gegensatz zu den bisher bundesweit gültigen Haustarifverträgen regional unterschiedliche Arbeits- und Lohnbedingungen in dem Unternehmen eingeführt werden.

Dem Unternehmen FedEx geht es wirtschaftlich gut. Der Nettogewinn stieg von 1,3 Milliarden US-Dollar im Fiskaljahr 2020 (1.6.2019 bis 31.5.2020) auf über 5,2 Milliarden US-Dollar im Fiskaljahr 2021.

Kontakt: 

Andreas Scholz (ver.di Verhandlungsführer): 0151-72703275

Pressekontakt

Lisa Isabell Wiese Pressesprecherin
ver.di Landesbezirk NRW
0211.61 824-110 lisa-isabell.wiese@verdi.de
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