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ver.di lässt Arbeitgebern keine Ruhe

AWO Streik-Staffel

ver.di lässt Arbeitgebern keine Ruhe

Tarifabsenkungen sind ein Irrweg 15.10.2014

In der Auseinandersetzung um höhere Löhne für die Beschäftigten der AWO in NRW hat ver.di die Beschäftigten zu einer Streik-Stafette aufgerufen. In der Zeit vom 15.10.2014 bis zum dritten Verhandlungstermin am 28.10.2014 in Düsseldorf kommt es an fast jedem Tag zu Aktionen bis hin zu ganztägigen Warnstreiks in den Betrieben der AWO in ganz NRW.

Damit hält ver.di den Druck auf die Arbeitgeber aufrecht. Diese sollen dazu bewegt werden, ein deutlich verbessertes Angebot vorzulegen. „Solange die Arbeitgeber die Beschäftigten der AWO in NRW deutlich schlechter stellen wollen als vergleichbare Beschäftigte im öffentlichen Sektor,  wird es keine Ruhe in NRW geben“, so der ver.di-Verhandlungsführer Wolfgang Cremer.

Die von der AWO genannten Finanzierungsprobleme im Bereich der Altenpflege sieht ver.di nicht. „Die AWO kann die von uns geforderte Lohnerhöhung zahlen“, zeigt sich Cremer überzeugt.

Die Rechtsänderungen in NRW zur Finanzierung der Altenpflege haben laut ver.di keine Auswirkungen auf die Haushaltslage einer Pflegeeinrichtung. Der Personalaufwand ist aus dem mit der Pflegekasse vereinbarten Pflegesatz zu finanzieren. Wenn der nicht auskömmlich ist, liegt das allein an der "Kompetenz" des Einrichtungsbetreibers bei den Pflegesatzverhandlungen und hat mit der sonstigen Kostenförderung nach dem Pflegerecht in NRW nichts zu tun. Die Unfähigkeit eines Einrichtungsbetreibers, die gesetzliche Verpflichtung der Pflegekassen zu leistungsgerechten Vergütungen in den Pflegesatzverhandlungen einzufordern und durchzusetzen, muss allein dem Betreiber und niemand anderem, schon gar nicht den Beschäftigten zugerechnet werden.

Im Bereich der Kindertagesstätten sieht ver.di die AWO auf einem Irrweg, mit dem die AWO-Verantwortlichen den Eltern und Kindern einen Bärendienst erweisen.

Die Finanzierung der Kitas ist in NRW für alle Kita-Träger zu niedrig. Die Pauschalzuweisungen des Landes reichen für eine wirklich gute Personalausstattung nicht aus. Das hat ver.di-NRW in allen Phasen der Auseinandersetzung um das KiBiZ gesagt und gegen schlechte Regelungen protestiert.

Wenn die Unterfinanzierung der Personalkosten in den Kitas in NRW durch niedrige Löhne für Erzieherinnen und Erzieher in den Tarifverträgen nachvollzogen wird, droht die Fortführung der Abwärtsspirale. Gerade tariftreue Träger dürfen nicht bestraft werden. Der Nachweis eines Tarifvertrages muss zukünftig die 1:1 Finanzierung der Personalkosten auslösen. Hier sind das Land, die Städte und Gemeinden in der Verantwortung. Wir wollen verhindern, dass die Fachkräfte der AWO endgültig verloren gehen oder sogar den Beruf verlassen. Wer fachlich hochwertige Erziehung und Bildung für unsere Kinder in NRW will, muss sich auch für die gute Bezahlung der Beschäftigten stark machen. Viele Landtagsabgeordnete engagieren sich an verantwortlichen Stellen in den AWO-Vorständen. Mit dieser Lobby sollte die AWO Druck für eine bessere Finanzierung der Kitas im Landtag machen, statt den Eltern, Kindern und Beschäftigten mit Betriebsschließungen zu drohen.