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Fazit nach 60 Tagen Streik: ver.di verurteilt anhaltende Tarifflucht …

Fachbereich Besondere Dienste

Fazit nach 60 Tagen Streik: ver.di verurteilt anhaltende Tarifflucht beim größten Vermieter in NRW

22.04.2021

Bereits im Sommer 2020 hatte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di NRW) die Arbeitgeber der TSP GmbH im LEG Konzern zu Tarifverhandlungen für die rund 420 handwerklich Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen aufgerufen - bisher ohne Erfolg. Was folgte war die konsequente Verweigerungshaltung des Arbeitgebers mit Sitz in Düsseldorf. Das verurteilt ver.di aufs Schärfste und zieht nach 60 Streiktagen ein erstes Fazit.

„Multinationale Großkonzerne wie Amazon verweigern ihren Beschäftigten hartnäckig den Abschluss von Tarifverträgen. Diese Haltung verurteilen wir seit Jahren und setzen uns gegen Tarifflucht ein. Dass nun auch deutsche Konzerne diesem Beispiel folgen, ist umso schockierender, da es sich bei der LEG um die ehemalige Landesentwicklungsgesellschaft handelt!“, mahnte Andrea Becker, Fachbereichsleiterin Besondere Dienste in NRW. „Der LEG-Konzern schmückt sich mit immer wieder übertroffenen Gewinnprognosen, verweigert den handwerklich Beschäftigten aber einen Tarifvertrag, den es an anderer Stelle im Konzern bereits gibt. Das werden wir nicht akzeptieren!“ Genauso wenig könne akzeptiert werden, wie der Arbeitgeber in den ersten Streikmonaten gegen Streikende vorgegangen sei und somit ihr Grundrecht gefährdet hätte.

Trotzdem hätten die Beschäftigten an 60 Streiktagen gezeigt, dass sie nicht abhängig von Einzelfallentscheidungen des Arbeitgebers sein wollen. „Ein Tarifvertrag stellt sicher, dass Entgelterhöhungen alle gleichermaßen erreichen. Es kann nicht sein, dass nur der profitiert, der gegenüber dem Arbeitgeber besonders verhandlungssicher argumentieren kann.“ Auch das Argument des Wettbewerbsvorteils lässt die Gewerkschafterin nicht gelten.

Die Haltung des Konzerns müsse aus Sicht der Gewerkschaft als klare Positionierung zur Tarifflucht gewertet werden. „Ein Tarifvertrag ist aus unserer Sicht die Basis einer guten und funktionierenden Beziehung zwischen Beschäftigten und ihrem Arbeitgeber. Daran halten wir auch in Zukunft weiter fest. Wir werden dort die Stimme erheben, wo, wie im Falle der TSP, Arbeitgeber sogar in wirtschaftlich sehr guten Zeiten die verdiente Wertschätzung verweigern“, so Becker abschließend.

Kontakt:

Andrea Becker: 0170 8002428 (Fachbereichsleiterin Besondere Dienste NRW)