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Keine Einigung in den Tarifverhandlungen im Wach- und Sicherheitsgewerbe …

Keine Einigung in den Tarifverhandlungen im Wach- und Sicherheitsgewerbe NRW

Arbeitgeber provozieren Streiks 27.11.2020

 

Am 23. November 2020 fand in Neuss die zweite Tarifrunde im Wach- und Sicherheitsgewerbe für die über 52.000 Beschäftigen in NRW statt.

ver.di fordert 1 Euro/Stunde mehr Lohn, mindestens aber 6 Prozent. Die Arbeitgeber hatten in der ersten Runde 1,2 Prozent bzw. 1,6 Prozent für Löhne und Gehälter angeboten. Das entspricht real gerade einmal 13 Cent bzw. 16 Cent in der untersten Lohngruppe.

In der zweiten Verhandlungsrunde wurde das Arbeitgeber-Angebot nur auf 1,4 Prozent bzw. 2,6 Prozent marginal angehoben. Neben den geringen Erhöhungsbeträgen sollen bestimmte Beschäftigtengruppen im Pfortendienst und Empfangsdienst völlig leer ausgehen. Ein Angebot zur Erhöhung der Ausbildungsvergütungen liegt nicht vor.

Die ver.di-Tarifkommission hat in der gestrigen Tarifkommissionssitzung das Angebot einstimmig abgelehnt und nun die Planungen für Streiks im Januar aufgenommen.

Andrea Becker, Landesfachbereichsleiterin Besondere Dienstleistungen bei ver.di NRW macht deutlich: „Die Beschäftigten in der Sicherheitsbranche sind systemrelevant, haben aber weder eine Corona-Prämie erhalten, noch bekommen sie jetzt die Wertschätzung durch eine angemessene Lohnerhöhung. Trotz guter wirtschaftlicher Situation in der Branche sollen sie nun in der Tarifrunde mit minimalen Cent-Beträgen abgespeist werden. Der Personalmangel der Branche (über 9.000 unbesetzte Stellen bundesweit) kommt nicht von ungefähr. Ein fairer Abschluss hätte hier sicherlich Symbolwirkung und würde helfen, die Branche attraktiver zu machen.“

Sicherheitsbeschäftigte arbeiten im Niedriglohnbereich. Ein Sicherheitsmitarbeiter in der untersten Lohngruppe trägt das Risiko, nach 45 Jahren Arbeit nur 6 Euro über der Grundsicherung im Alter zu liegen.

Becker dazu: „Ein Lohn muss zum Leben und auch für die Rente reichen! Deshalb darf der Abstand zum Mindestlohn in unserem Tarifvertrag nicht niedriger, sondern muss größer werden. Wir erwarten von den Arbeitgebern ein Angebot, welches die Tariflöhne deutlich nach oben entwickelt.“

Zwischen ver.di und dem BDSW war eigentlich ein weiterer Verhandlungstermin für den 7. Dezember 2020 vereinbart. Dieser wurde allerdings gestrichen, da der Arbeitgeberverband mitteilte, dass es kein höheres Angebot in diesem Jahr geben wird. Damit werden aus ver.di-Sicht die Streiks provoziert.

Die Tarifverhandlungen wurden ergebnislos auf den 18.1.2021 vertagt.

 

Für Rückfragen: Andrea Becker, 0170 8002428
(Landesfachbereichsleiterin Besondere Dienstleistungen)