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Flughäfen: Über 90 Prozent Streikbeteiligung

ver.di ist bereit, aufeinander zuzugehen

Flughäfen: Über 90 Prozent Streikbeteiligung

"Hinhaltetaktik provoziert neue Streiks" 29.01.2015

Mit einem ganztägigen Warnstreik der privaten Sicherheitskräfte an den Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn hat die Gewerkschaft ver.di heute die einwöchige Warnstreikwelle im Wach- und Sicherheitsgewerbe in NRW beendet. Die Streikbeteiligung lag bei weit über 90 Prozent. An den beiden Airports legten rund 630 Beschäftigte der Passagierkontrolle die Arbeit nieder. Die Folge waren lange Warteschlangen und viele Flugausfälle. „Diese Warnstreiks hätten nicht sein müssen, wenn die Arbeitgeberseite bei den letzten drei Verhandlungen zielgerichtet einen ehrlichen Kompromiss gesucht hätte“, erklärte ver.di-Verhandlungsführerin Andrea Becker. „Am 5. Februar besteht die Möglichkeit, aufeinander zuzugehen. Wir sind dazu bereit. Hinhaltetaktik provoziert allerdings neue Streiks“, sagte Becker an die Adresse des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW). Die ganze Woche über hatten sich Objektschützer und Sicherheitskräfte verschiedener Unternehmen und Institutionen an den Warnstreiks beteiligt. Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 5. Februar in Ratingen seien keine weiteren Streiks geplant, so ver.di.

ver.di fordert Lohnerhöhungen zwischen 1,50 Euro und 2,50 Euro pro Stunde. „Wenn 70 Prozent der Beschäftigten für 1.440 Euro brutto Anfangsgehalt arbeiten müssen und der Lohn in der Spitzengruppe bei 2.500 Euro brutto liegt, muss diese Branche tarifpolitisch neu aufgestellt werden“, erklärte die ver.di-Verhandlungsführerin. „Für 9 Euro Brutto im Flüchtlingsheim arbeiten, für 14,25 Euro bewaffnet Kernkraftanlagen sichern und für 12,05 Euro nach Sprengstoff in der Flugzeugfracht suchen – das ist nicht unsere Vorstellung von gerechter Bezahlung“ so die Gewerkschafterin. Die Sicherheit sei „kein Geschäftsmodell für den Niedriglohnbereich“.