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ver.di warnt vor Zwei-Klassen-System

Warnstreiks bei der AWO in NRW – Kitas zu

ver.di warnt vor Zwei-Klassen-System

16.09.2014

An ersten ganztägigen Warnstreiks in Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) haben sich am 12. September landesweit 1.650 Beschäftigte beteiligt. Fast 2.000 Menschen nahmen an drei Kundgebungen in Recklinghausen, Duisburg und Bielefeld teil. Schwerpunkte der Warnstreiks liegen im Ruhrgebiet sowie in Düsseldorf und am Niederrhein. Mehr als 40 Kindertagesstätten sind geschlossen, viele können nur Notgruppen anbieten. Etliche Senioreneinrichtungen der AWO arbeiten im Notbetrieb. Von Schließungen und Einschränkungen betroffen sind auch Offene Ganztagsschulen der AWO.

Mit den Warnstreiks wollen Erzieherinnen, Pflegepersonal und Beschäftigte in Küchen und Werkstätten die gleiche Bezahlung wie ihre Kolleginnen und Kollegen in städtischen Kitas, Senioren- und Behinderteneinrichtungen durchsetzen. Die AWO-Arbeitgeber hatten das in der ersten Verhandlungsrunde strikt abgelehnt.

ver.di-Verhandlungsführer Wolfgang Cremer warnte die Arbeitgeberseite davor, die Sozialpartnerschaft der letzten Jahre aufzukündigen. „Wenn ein Wohlfahrtsverband wie die AWO bei Löhnen und Gehältern im Sozialbereich ein Zwei-Klassen-System durchzusetzen will, wird es eine Auseinandersetzung geben, die sich gewaschen hat“, sagte Cremer. Über „solche Ziele, ausgerechnet der AWO“, würde man parallel zu weiteren Warnstreiks auch die betroffenen Eltern und Senioren informieren.

Man hoffe, dass durch die ersten Warnstreiks „ein Prozess des grundsätzlichen Nachdenkens“ auf der Arbeitgeberseite eingeleitet worden sei, so Cremer. „Wir sind steigerungsfähig, setzen aber im Interesse der Kinder, Senioren und Behinderten auf eine Lösung am Verhandlungstisch“. Die nächste Verhandlungsrunde ist am 29. und 30 September in Winterberg.

ver.di fordert die Erhöhung der monatlichen Einkommen um einen Sockelbetrag von 100 Euro zuzüglich 3,5 Prozent, die Erhöhung der Vergütungen der Auszubildenden um 100 Euro monatlich sowie einen Tag mehr Urlaub. Mit dieser Grundforderung war die Gewerkschaft auch in die Tarifrunde für die Beschäftigten in städtischen Kitas und Senioreneinrichtungen den öffentlichen Dienst Anfang des Jahres gestartet.