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Deutsche Post DHL: ver.di Betriebsräte protestieren gegen schleichende Verabschiedung aus der dualen Berufsausbildung

07.06.2018

 

Gegen diesen Rückzug des größten Arbeitgebers in der Branche aus der dualen Ausbildung protestierten rund 400 Betriebsräte der Deutschen Post AG aus NRW anlässlich der Entsendungsversammlung am 07.06.2018 in Düsseldorf, einer turnusmäßigen Zusammenkunft nach der Neuwahl aller Betriebsräte. Sie setzten damit ein deutliches Zeichen im Rahmen der ver.di Aktionswoche „Gute Ausbildung - Gute Arbeit“ und wenden sich gegen eine Schmalspurunterweisung am Feierabend.

Während Arbeitgeber und Politik für das deutsche Modell der dualen Berufsausbildung werben, will sich der Konzern Deutsche Post DHL für das Berufsbild des Zustellers schleichend aus der dualen Berufsausbildung verabschieden. Die bisher rund 1400 dualen Ausbildungsplätze für den Beruf der Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienste (FKEP) sollen um rund die Hälfte reduziert und stattdessen durch eine berufsbegleitende Qualifizierung mit IHK-Prüfung ersetzt werden.

„Das ist unerträglich, was der „Arbeitgeber erster Wahl“ da macht“, sagte am Rande der Versammlung der Landesfachbereichsleiter Postdienste, Speditionen und Logistik bei ver.di NRW, Uwe Speckenwirth. „Der Konzern entzieht sich seiner Verantwortung für die jungen Menschen.“

Die 400 Betriebsratsmitglieder der Deutschen Post AG in NRW forderten deshalb auf der heutigen Entsendungsversammlung in einer Resolution: „Ein weltweit führender Konzern hat die Verantwortung und die Pflicht, qualitativ gut auszubilden! Denn nur eine gute Ausbildung ist die Basis für den späteren beruflichen Erfolg und die Sicherung der Fachkräfte für unser Unternehmen.“

Aber selbst die Auszubildenden, die einen Ausbildungsplatz im Konzern bekommen haben, können sich nicht mit nötiger Ruhe und Aufmerksamkeit auf Berufsschule und Praxiseinsätze konzentrieren. Denn die Übernahme nach der Ausbildung macht der Konzern nicht nur von der Leistung, vom Engagement oder vom Fleiß abhängig. Ein Übernahmeangebot erhalten Auszubildende nur, wenn sie während der gesamten Ausbildungszeit nicht mehr als 20 Krankentage gefehlt haben, und wenn sie an nicht mehr als zwei Kfz-Unfällen mit einem Fremdschaden in Höhe von 5.000 € beteiligt waren.