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Tarifrunde Einzelhandel NRW

Keine Bewegung im Tarifkonflikt - Arbeitgeber verweigern ein verbessertes Angebot und brechen Verhandlungen ab

22.09.2021

Am späten Dienstagabend (21.9.) wurde in Recklinghausen die sechste Verhandlungsrunde für die rund 502.000 sozialversicherungspflichtig und 197.000 geringfügig Beschäftigten erneut ohne entscheidenden Durchbruch beendet. Die landesweiten Streikmaßnahmen sowie die Anwesenheit der Ikea-Streikenden vor Ort konnten die Blockadehaltung der Arbeitgeber nicht brechen. Die Arbeitgeber legten kein verbessertes Angebot vor und vereinbarten keinen neuen Verhandlungstermin. Es bleibt somit beim Arbeitgeberangebot vom 1. September, das eine Erhöhung von zwei Prozent nach zwei Nullmonaten zum 1. Juli 2021 vorsieht.

„Das unwürdige Zeitspiel der Arbeitgeber nimmt kein Ende. Trotz historischer Umsatzzuwächse warten die Beschäftigten seit mehr als vier Monaten auf einen Tarifabschluss. Die besonderen Leistungen der Pandemie scheinen die Arbeitgeber komplett auszublenden. Stattdessen wird den Beschäftigten weiterhin ein fairer Tarifabschluss vorenthalten. Die Arbeitgeber wollen weiterhin ihr einseitiges Lohndiktat mit aller Kraft durchsetzen“, erklärte ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer.

Für Unternehmen, die bisher noch nicht nach dem von HDE einseitig ausgelobten Orientierungsrahmen erhöht haben, soll gelten, dass sie die alleinige Entscheidungshoheit, ob sie ebenfalls die zweiprozentige Tariferhöhung ab dem 1. Juli zahlen oder stattdessen vier Werktage Urlaub gewähren, haben. Die zweiprozentige Tariferhöhung kommt in diesem Falle erst ab März 2022 zur Auszahlung. Nach weiteren drei Nullmonaten sollen die Entgelte um 1,8 Prozent zum 1. August 2022 erhöht werden.

Die Arbeitgeberseite hatte einen freiwilligen Orientierungsrahmen herausgegeben, der eine Erhöhung der Entgelte um zwei Prozent zum 1. Juli 2021 vorsah und eine Einmalzahlung für Vollzeitbeschäftigte in Höhe von 300 Euro. Längst nicht alle tarifgebundenen Unternehmen haben diese Empfehlung bisher umgesetzt.

„Für die Beschäftigten, deren Unternehmen die freiwillige Empfehlung umgesetzt haben, werden Reallohnverluste bei einer aktuellen Preissteigerungsrate von 3,9 Prozent Wirklichkeit. Das gilt vor allem für die Beschäftigten, die bisher noch gar keine Entgelterhöhung erhalten haben. Dieses Verhalten ist an Unverfrorenheit kaum zu überbieten“ so Zimmer weiter. „Das Schauspiel der Arbeitgeber muss endlich ein Ende haben. Sie lassen uns keine Wahl, als die Streiks noch weiter auszuweiten. Sie haben es in der Hand, Streiks im bald beginnenden Weihnachtsgeschäft abzuwenden.“

Kontakt:

Daniela Arndt: 01515 7117537

Pressekontakt

Lisa Isabell Wiese Pressesprecherin
ver.di Landesbezirk NRW
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