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Beschäftigte wehren sich gegen „Abkopplung“

AWO-Warnstreiks

Beschäftigte wehren sich gegen „Abkopplung“

15.09.2014

In Kindertagesstätten, Seniorenzentren, Pflegeeinrichtungen, Küchen und Werkstätten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in  Nordrhein-Westfalen werden umfangreiche Warnstreiks vorbereitet. Das hat die große Tarifkommission der AWO heute (5.9.) in Düsseldorf beschlossen. Sie reagiert damit auf die „völlig ergebnislose 1. Tarifverhandlungsrunde“ für die 36.000 Beschäftigten vom Donnerstag (4.9.). Betroffene Eltern, Senioren und deren Angehörige würden mindestens zwei Tage vor Beginn der Warnstreiks informiert, erklärte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). Die Aktionen könnten bereits ab Mitte der nächsten Woche stattfinden. 

„Die AWO-Beschäftigten haben sich eine Gehaltserhöhung redlich verdient und werden eine Abkopplung von der allgemeinen Einkommensentwicklung nicht hinnehmen“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Wolfgang Cremer. „Der Ankündigung der Arbeitgeber, eine vergleichbare Tariferhöhung wie im öffentlichen Dienst werde es bei der AWO nicht geben, wird eine deutliche Antwort der Belegschaften folgen“, so Cremer. Wer „mit leeren Händen kommt, die harte Linie vorgibt und ohne ein Zeichen der Kompromissbereitschaft wieder geht, provoziert die Eskalation.“ 

ver.di fordert die Erhöhung der monatlichen Einkommen um einen Sockelbetrag von 100 Euro zuzüglich 3,5 Prozent, die Erhöhung der Auszubildendenvergütungen um 100 Euro monatlich sowie einen Tag mehr Urlaub. Dies entspricht dem Tarifniveau vergleichbarer Beschäftigter in staatlichen Einrichtungen. Pädagogische Fachkräfte sollen zudem eine monatliche Zulage in Höhe von 150 Euro bekommen. Damit würden sie wieder näher an die Bezahlung ihrer Kolleginnen und Kollegen in kommunalen Kitas heranrücken. 

Den AWO-Unternehmen wird ver.di vorsorglich Notdienstvereinbarungen anbieten, um eine Notversorgung in der Altenpflege sicher zu stellen.