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Weitere Streiks im NRW-Handel: 300 Beschäftigte der Edeka-Gruppe …

Fachbereich Handel

Weitere Streiks im NRW-Handel: 300 Beschäftigte der Edeka-Gruppe in Moers erwartet

30.09.2021

Am Donnerstag (30.9.) ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in NRW die Beschäftigten der Einzel- und Großhandelsunternehmen der Edeka-Gruppe zum ganztägigen Streik auf. Beschäftigte von Marktkauf, Edeka Neukauf, den Edeka Lagerstandorten, Edeka Schnellkauf, Handelshof C+C, t-log und Edeka Foodservice kommen zu einer zentralen Kundgebung in Moers zusammen. Neben 300 Streikenden wird dort auch ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer erwartet.

„Dass uns in beiden Branchen des nordrhein-westfälischen Handels kein Angebot vorliegt, das nur annähernd die Leistungen der Beschäftigten der vergangenen 18 Monate widerspiegelt, macht uns fassungslos“, erklärt ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer. „Die Beschäftigten haben sich nicht nur zu Hochzeiten der Pandemie ohne Beschwerden dem gefügt, was notwendig war, um die Versorgung der Gesellschaft aufrecht zu erhalten. Sondern auch darüber hinaus - immer mit der Angst vor einer Ansteckung im Hinterkopf.“

Aktuell gibt es weder im Einzel- noch im Groß- und Außenhandel ein abschlussfähiges Angebot. „Im Einzelhandel geht es in Minischritten voran. Die Arbeitgeber bieten nur tabellenwirksame Erhöhungen von zwei Prozent nach zwei Nullmonaten im ersten Jahr der Laufzeit und 1,8 Prozent nach weiteren drei Nullmonaten im zweiten Jahr. Einen weiteren Verhandlungstermin verweigern sie derzeit komplett. Im Groß- und Außenhandel ist noch weniger Bewegung erkennbar. Seit Mai gibt es kein neues Angebot“, so Zimmer weiter. „Die Beschäftigten sollen im Jahr 2021 keine tabellenwirksame Entgelterhöhung erhalten. Das alles ist, vor dem Hintergrund einer Preissteigerung von aktuell 3,9 Prozent und den Gewinnen, die die Edeka-Gruppe nur mit Hilfe der Beschäftigten erwirtschaften konnte, ein unfassbarer Skandal.“

Dass sich die Proteste heute an die Edeka-Gruppe richten, ist aus Sicht von ver.di ein wichtiges Zeichen: „Edeka ist Marktführer im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Das Unternehmen muss sich als Vorbild der sozialen Verantwortung für seine Beschäftigten stellen und in den Arbeitgeberverbänden darauf hinwirken, dass endlich die nötige Bewegung in die Verhandlungen kommt. Derzeit sorgen die Arbeitgeber lediglich dafür, dass wir mit der Tarifauseinandersetzung geradewegs ins Weihnachtsgeschäft schlittern. Das kann niemand wollen!“, so Zimmer abschließend.

Beide Arbeitgeberverbände hatten ihren tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen empfohlen, die Entgelte durch sogenannte Vorweganhebungen zu erhöhen. Im Einzelhandel zum 1. Juli dieses Jahres und im Groß- und Außenhandel zum 1. Dezember 2021.

ver.di fordert in beiden Branchen 4,5 Prozent und 45 Euro mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung sowie die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Im Einzelhandel fordert die Gewerkschaft außerdem ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde.

Hinweis für die Redaktion:

Die zentrale Kundgebung der Edeka-Betriebe findet auf dem Gelände des TV Asberg 1897 e.V., Asperger Str. 172 in 47441 Moers statt und beginnt gegen 11 Uhr.

Kontakt: Daniela Arndt - 01515 7117537