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Pflegekammer NRW: ver.di wehrt sich

Pflegekammer NRW: ver.di wehrt sich

15.02.2017

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat bedauert, dass die Landtagsfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen in ihrer heutigen Entschließung keine klare Position gegen die Einrichtung einer Pflegekammer in Nordrhein-Westfalen eingenommen haben. „Wenn die notwendige lebenslange Fortbildung der Pflegekräfte von den Beschäftigten selbst bezahlt werden soll, ist etwas faul an dem Konzept“, erklärte Wolfgang Cremer, ver.di-Fachbereichsleiter Gesundheit in NRW. „Zwangsmitgliedschaften  und Pflichtbeiträge in der zu gründenden Pflegekammer helfen auch nicht, unser größtes Problem zu lösen. Wir brauchen mehr Personal in Krankenhäusern und in der Altenpflege“, so Cremer. Pflegekammern seien keine Interessenvertretung für die einzelne Pflegekraft.  Der Kammer würden lediglich staatliche Aufgaben zur selbständigen Erledigung übertragen. „Dafür die Pflegekräfte zahlen zu lassen, ist der falsche Weg“, sagte Cremer.

ver.di begrüßt deshalb die in der Entschließung vorgesehene Befragung der Pflegekräfte vor der Einführung einer Pflegekammer. Dabei müsse vor allem abgefragt werden, wie die Beschäftigten zu der Zwangsmitgliedschaft und den damit verbundenen Mitgliedsbeiträgen stehen.

Der Landtag Nordrhein-Westfalen hatte heute beschlossen, die Errichtung einer Pflegekammer weiter zu verfolgen. Dabei sollen die  Erfahrungen der Bundesländer Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig Holstein mit ihren Pflegekammern und Bayern mit seinem Alternativmodell ausgewertet und daraus ein Handlungskonzept für NRW vorgelegt werden.