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Warnstreik am Uniklinikum Essen wiederaufgenommen

Warnstreik am Uniklinikum Essen wiederaufgenommen

30.07.2018

 

Diese Woche Urabstimmung über unbefristeten Arbeitskampf. »Beschäftigte erwarten Regelungen, die spürbar, verbindlich und direkt Entlastung bringen.«

Die Beschäftigten des Uniklinikums Essen sind am Montag erneut in einen Warnstreik für mehr Personal und Entlastung getreten. Dieser soll die ganze Woche fortgesetzt werden. Zugleich sind die ver.di-Mitglieder am Universitätsklinikum zur Urabstimmung über einen unbefristeten Arbeitskampf aufgerufen. Auch in vier Verhandlungsrunden hatten die Arbeitgeber zuvor keine Angebote gemacht, die die dramatische Überlastung kurzfristig und wirksam begrenzen. »Die Beschäftigten erwarten Regelungen, die spürbar, verbindlich und direkt Entlastung bringen. Davon kann bei den Vorschlägen der Arbeitgeber keine Rede sein«, erklärte Jan von Hagen, der bei ver.di-NRW für Krankenhäuser zuständig ist.

Am Montag beteiligten sich rund 300 Beschäftigte an der Arbeitsniederlegung. Im Streikzelt an der Hufelandstraße 55 diskutierten sie über den Verhandlungsstand und das weitere Vorgehen. »Die Kolleginnen und Kollegen sind empört darüber, dass ihr Arbeitgeber weiterhin auf Zeit spielt und keine wirksame Entlastung zugestehen will«, berichtete von Hagen. »Nach Vorstellung der Klinikleitung soll es erst Entlastungsmaßnahmen geben, wenn die aktuellen Schichtbesetzungen unterschritten werden. Damit würden die jetzigen miserablen Zustände zementiert. Das macht die Beschäftigten zu Recht wütend.«

Dass der Tarifvertrag für die baden-württembergischen Unikliniken als Grundlage der Verhandlungen dienen solle, war die Vereinbarung, bestätigt von Hagen. »Die Ausgangssituation in Baden-Württemberg ist jedoch deutlich besser als in NRW. Wenn die Personalausstattung soweit reduziert ist wie hier aktuell, braucht es natürlich eine andere Anpassung der Personalsituation. Jeder, der den Alltag in der Essener Uniklinik kennt, weiß: Die Forderung nach 200 zusätzlichen Pflegekräften ist alles andere als überzogen«, so der Gewerkschafter. »Die Klinikleitung sollte endlich aufhören, auf Zeit zu spielen und stattdessen ihrer Verantwortung für eine gute Patientenversorgung und die Gesundheit der Beschäftigten gerecht werden.«

Wenn der Arbeitgeber ein neues Angebot vorlege, was real zu Entlastung führe, sei ver.di jederzeit zu weiteren Verhandlungen bereit, betonte von Hagen. Andernfalls werde der Streik unbefristet fortgesetzt. »Die Beschäftigten der Essener Uniklinik haben einen langen Atem, aber sie haben keine Geduld mehr. Sie brauchen kurzfristig und wirksame Entlastung. Deshalb streiken sie weiter – für sich und für ihre Patienten.«