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Wenn Gesundheit immer weiter zur Ware wird: Helios kündigt Stellenstreichungen …

Wenn Gesundheit immer weiter zur Ware wird: Helios kündigt Stellenstreichungen an – Beschäftigte reagieren mit Ministerbrief

28.03.2019

Im Juni 2018 hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Rahmen der Düsseldorfer Gesundheitsministerkonferenz Maßnahmen zur Entlastung der Pflege versprochen. Auf die Ergebnisse dieser Ankündigung, die erschreckenden Arbeitsbedingungen vor Ort, verweist nun ein Brief der Beschäftigten des Helios Klinikums Niederberg an den Minister. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert eine Reaktion der Politik, da der Druck auf die Pflegekräfte durch Personaleinsparungen immer weiter ansteigt.

„Statt der versprochenen Entlastung durch die neue Gesetzgebung, spüren die Beschäftigten vor Ort immer mehr Druck“, so Wolfgang Cremer, Landesfachbereichsleiter Gesundheit und Soziales in NRW. „Helios kündigt nun an, Stellen einzusparen und noch in diesem Monat fristgerechte Kündigungen an Stationshilfen auszusprechen. Damit verteilt der Arbeitgeber immer mehr Aufgaben an die ohnehin schon überlasteten Kolleginnen und Kollegen in der Pflege. Diese katastrophalen Zustände müssen beendet werden!“

Der Wegfall der Hilfskräfte stellt für die verbleibenden Pflegekräfte eine erhebliche Arbeitsverdichtung dar, zumal ein gesetzeskonformer Dienstplan schon jetzt schwierig zu erstellen ist. Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz wurde durch den Bundestag mit dem Ziel auf den Weg gebracht, die Situation des Pflegepersonals zu verbessern. „Wenn Helios die neue Gesetzgebung als Begründung vorschiebt, um Personal abzubauen und Pflege noch stärker zu belasten, wird von eigenen Renditezielen abgelenkt und die verbesserte Finanzierung missbraucht.

„Das Vorhaben von Helios zeigt einmal mehr, dass Gesundheit in dem bestehenden System mit zunehmender Privatisierung zur „Ware“ wird. Dabei gehört das Gesundheitssystem zur Daseinsvorsorge in unserem Land. Da helfen keine Schablonen – Pflege ist und bleibt ein dynamischer, kommunikativer Prozess, der einem stetigen Wandel unterliegt“, so Cremer weiter. Gewinne müssten 1 zu 1 in die Häuser reinvestiert werden: „Nicht die Gewinninteressen, sondern die sichere Versorgung der Patientinnen und Patienten, müssen handlungsleitend sein. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt – das sagt schon das Grundgesetz und daraus leitet sich für uns ein Handlungsauftrag des Ministers ab.“

Für weitere Informationen:

Wolfgang Cremer: 01719320541
(Landesfachbereichsleiter Gesundheit, Soziale Dienste, Wolfahrt und Kirchen, NRW)

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