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Fachbereich Handel

Arbeitgeber fordern Lohnpause für 2021: Tarifverhandlungen im Groß- und Außenhandel NRW auch in zweiter Runde ergebnislos vertagt

26.05.2021

Am heutigen Mittwoch (26.5.) ist auch die zweite Verhandlungsrunde für die rund 336.000 Beschäftigen des nordrhein-westfälischen Groß- und Außenhandels ergebnislos beendet worden. Zwar legte die Arbeitgeberseite erstmalig ein Angebot vor, dieses ist aus Sicht der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) aber nicht verhandelbar. „Das heutige Angebot ist indiskutabel! Die Beschäftigten sollen für 2021 keine Entgeltsteigerung erhalten, obwohl die Umsätze im letzten Jahr um 1,8 Prozent gestiegen sind. Die angebotenen Einmalzahlungen in Höhe von 150 Euro in diesem und noch einmal im nächsten Jahr sind ein Witz, wenn man die außergewöhnliche Leistung der Beschäftigten und die gestiegene Arbeitsbelastung in den Betrieben entgegensetzt. Auch in diesem Jahr muss es deutliche tabellenwirksame Erhöhungen geben. Je früher, desto besser, denn die Preise steigen seit Jahresbeginn wieder kräftig“, erklärte ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer.

Für 2021 sieht das Arbeitgeberangebot keine tabellenwirksame Entgelterhöhung vor, lediglich für wirtschaftlich gesunde Unternehmen eine Einmalzahlung von 150 Euro im Juli 2021. Und das bei gleichzeitigen Rekordumsätzen von einzelnen Unternehmen wie beispielsweise Rewe oder Edeka. Im Januar 2022 sollen alle Beschäftigten 150 Euro Einmalzahlung (Corona-Prämie) erhalten. Erst ab Juli 2022 soll laut Arbeitgeberangebot eine prozentuale Erhöhung von 1,5 Prozent vereinbart werden. Unternehmen, die im Zeitraum von Januar 2021 bis Juni 2022 für mindestens drei Monate Kurzarbeitergeld, Überbrückungshilfen oder sonstige staatliche Unterstützungsleistungen erhalten haben, können die prozentuale Entgelterhöhung sogar um 6 Monate bis spätestens 1. Januar 2023 aufschieben.

Die Forderungen von ver.di umfassen:

  • die Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,5 Prozent plus 45 Euro,
  • bei einer Laufzeit von 12 Monaten
  • sowie die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit (AVE).

„Das Angebot der Arbeitsgeber zeigt, dass unsere Botschaft bei ihnen noch nicht angekommen ist. Offensichtlich ist am Verhandlungstisch alleine keine Lösung zu erreichen, deshalb werden wir bis zur dritten Verhandlungsrunde den Druck erhöhen. Die Beschäftigten haben unter Einsatz ihrer Gesundheit in den letzten Monaten die Regale gefüllt und uns mit den wichtigsten Gütern versorgt. Sie verdienen einen Tarifabschluss, der das auch widerspiegelt. Mit dem heutigen Angebot haben sie den Konflikt verschärft!“

Die Verhandlungen werden am 28. Juni fortgesetzt.

Kontakt:

Daniela Arndt – 0151 57117537

Pressekontakt

Lisa Isabell Wiese Pressesprecherin
ver.di Landesbezirk NRW
0211.61 824-110 lisa-isabell.wiese@verdi.de
pressestelle.nrw@verdi.de