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Streiks an Unikliniken Düsseldorf und Essen geplant

Streiks an Unikliniken Düsseldorf und Essen geplant

12.06.2018

 

Klinikvorstände verweigern Entlastung

ver.di kündigt Urabstimmung an

An den Universitätskliniken in Düsseldorf und Essen hat die Gewerkschaft das Scheitern der bisherigen Gespräche zur Entlastung der Beschäftigten erklärt und bereitet Streiks vor.

„Die Gespräche mit den Vorständen beider Kliniken haben gezeigt, dass es keine Bereitschaft gibt, zeitnah und verbindlich Personaluntergrenzen zu vereinbaren, die den Gesundheitsschutz der Beschäftigten und eine gute Versorgung der Patienten sicherstellt“, berichtet ver.di-Verhandlungsführer Jan von Hagen. „Statt in ernsthafte Verhandlungen einzusteigen, verstecken sich beide Vorstände hinter ihrer Mitgliedschaft in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder. Die Beschäftigten haben keinerlei Verständnis dafür, dass sie durch Arbeitsüberlastung krank werden und die Arbeitgeber dabei nur zusehen. Deshalb gehen wir von einer hohen Zustimmung für einen Erzwingungsstreik in der Urabstimmung aus.“

Die Klinikvorstände betonen, sie hätten ein gemeinsames Interesse mit den Beschäftigten an Maßnahmen zur Entlastung. Doch diese Aussagen halten dem Praxistest nicht stand. Einzelne organisatorische Veränderungen oder Personalakquise im Ausland werden nach Überzeugung von ver.di keine ausreichende Entlastung „am Bett“ bringen. Solange nicht festgeschrieben ist, wie viel Personal der Arbeitgeber verbindlich vorhalten muss, sind solche Einzelmaßnahmen nichts als Kosmetik.

Deshalb werden an den Unikliniken Düsseldorf und Essen am 14. Juni erste Warnstreiks stattfinden. Bei diesen wird ver.di zunächst nur eine begrenzte Anzahl von Beschäftigten zum Streik aufrufen, so dass nur mit geringen Auswirkungen zu rechnen ist. Doch dabei wird es nicht bleiben, wenn die Klinikvorstände an ihrer Blockadehaltung festhalten. In diesem Fall wird ver.di zeitnah eine Intensivierung der Streiks vorbereiten und ihre Mitglieder zu einer Urabstimmstimmung über einen Erzwingungsstreik für Entlastung aufrufen. „Die Klinikleitungen haben es in der Hand, eine weitere Eskalation des Konflikts zu vermeiden“, so von Hagen. „Andernfalls werden die Beschäftigten die nötige Antwort geben. Sie sind nicht länger bereit, die Personalnot auf Kosten ihrer Gesundheit auszugleichen.“