Schwere Vorwürfe gegen Diakonie / Unchristliche Krankenhaus-Übernahme

Alfried-Krupp-Krankenhaus
Pressemitteilung vom 17.01.2006

 

Nachdem sich die Geschäftsleitung Zutritt zu den Betriebsratsräumen verschafft hat, in dem vertrauliche Akten lagern, „ist das Maß voll“, erklärte die Gewerkschafterin. Sie sei entsetzt, dass unter dem Deckmantel der Diakonie Rheinland Brutalo-Kapitalismus zweier Geschäftsführer möglich gemacht werde. ver.di prüft zur Zeit, ob sich der Arbeitgeber nach §119 Betriebsverfassungsgesetz (Behinderung der Betriebsratsarbeit ) strafbar gemacht hat. Den gewählten Betriebsräten teilte die Geschäftsführung mit, sie werde „Zusammenkünfte von ehemaligen Betriebsratsmitgliedern nicht dulden“ und drohte mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen.

„Um christlichen Glauben ist es bei der klammheimlichen Übernahme des Krankenhauses nicht eine Sekunde gegangen“, sagt ver.di. Am 3. Januar wurden die 1.250 Beschäftigten „nachträglich und überfallartig“ davon unterrichtet, dass sie seit dem 1.Januar nicht mehr zum Paritätischen Wohlfahrts-verband, sondern zur Diakonie gehören. Die Geschäftsführer erklärten den ungläubig staunenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, ihr Betriebsrat sei durch die Übernahme nicht mehr im Amt. Künftig gebe es nur noch eine „Mitarbeitervertretung“. In diese könnten nur noch Menschen gewählt wer-den, die einer christlichen Kirche angehören. Und das Diakonische Werk legte noch „christlich“ nach: Niemand dürfe aus der Kirche austreten, denn dies sei ein Kündigungsgrund. Sylvia Bühler: „Solche einen Religionszwang machen wir nicht mit. Die Beschäftigten haben gültige Arbeitsverträge, die ihre Glaubensfreiheit nicht einschränken.“

Dass es den Geschäftsführern Dr. Rudolf Hartwig und Dr. Peter Haun nur um die Aushöhlung des Tarifrechtes, der Mitbestimmung und der Arbeitsgerichtsbarkeit geht, belegt nach ver.di-Angaben die Aussage der Geschäftsführung, man habe hinter den Kulissen seit August sowohl mit der katholischen Caritas als auch der evangelischen Diakonie verhandelt. Und auch bei der Diakonie ist von Glaubensbekenntnissen bei der Übernahme des weltlichen Krankenhauses, das auch viele Schönheitsoperationen durchführt, keine Rede. Das Alfried-Krupp-Krankenhaus sei eine gute Ergänzung des Leistungsspektrums der Diakonie, hieß es fernab aller „Verkündigungs-aufträge“. Die Diakonie opfere für materielle Ziele die christlichen Werte.

 

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