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Betriebsratsarbeit beim Deutschen Paketdienst in Vlotho unter …

Betriebsratsarbeit beim Deutschen Paketdienst in Vlotho unter erschwerten Bedingungen

03.05.2018

 

Für den erstmalig gewählten Betriebsrat beim Deutschen Paketdienst DPD in Vlotho wird es schwer. Der neu gewählte Vorsitzende des Betriebsrates soll an der Ausübung seines Amtes gehindert werden, da er nur einen befristeten Arbeitsvertrag hat. Der Streit wird nun vor dem Arbeitsgericht Herford ausgetragen. Der Gütetermin ist für Dienstag, den 08.05.18 angesetzt.

Die Belegschaft von DPD Vlotho hatte sich in einer Mitarbeiterversammlung dafür ausgesprochen, ihre Interessen als Beschäftigte durch einen eigenen Betriebsrat vor Ort vertreten zu lassen. Fünf Kolleginnen und Kollegen erklärten sich bereit, das Ehrenamt eines Wahlvorstandes auszuüben und die Wahlen zu organisieren. Damit die Mitglieder des Wahlvorstandes ihre Aufgaben ordnungsgemäß und ohne Repressalien wahrnehmen können, unterliegen sie nach dem Betriebsverfassungsgesetz einem erweiterten Kündigungsschutz.

Nur für den Vorsitzenden des Wahlvorstands bei DPD in Vlotho, der in dieser Funktion den gesamten Wahlvorstand gegenüber dem Arbeitgeber vertreten musste, soll dieser besondere Kündigungsschutz nicht gelten. Grund hierfür soll sein, dass sein Arbeitsvertrag befristetet ist und er keine Verlängerung seines Arbeitsverhältnisses erfährt. Auch, dass der Kollege zwischenzeitlich zum Betriebsratsvorsitzenden gewählt wurde, soll an der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nichts ändern.

„Offensichtlich soll damit eine funktionierende, durch die Belegschaft getragene Interessenvertretung bei DPD in Vlotho verhindert werden“, so Uwe Speckenwirth, Landesfachbereichsleiter Post und Logistik bei ver.di in NRW. „Das wundert uns schon, da DPD in der Vergangenheit immer sehr vollmundig die gute Mitbestimmungskultur im Unternehmen betont hat.“ Im Übrigen würden hier wieder einmal befristete Beschäftigte benachteiligt und ihre Rechte mit Füßen getreten. „Wir fordern den Arbeitgeber auf, seine Entscheidung zu korrigieren!“

Die Belegschaft brachte mit einer Unterschriftenaktion ihren Unmut zum Ausdruck und fordert die unbefristete Einstellung ihres Betriebsratsvorsitzenden. Sie wundert sich, dass ausgerechnet am Tag der Betriebsratswahl neue Mitarbeiter eingestellt wurden, ihr Kollege aber das Unternehmen verlassen soll, obwohl seine Arbeitsleistung immer positiv durch den Arbeitgeber bewertet wurde. Er habe immer seine Arbeit gemacht und sich außerdem noch für die Belegschaft eingesetzt. Aber vielleicht sei ja auch genau dies das Problem.