Kitas in NRW:

Landesregierung muss Kita-Überlastung entgegenwirken – Qualität in den Fokus

Pressemitteilung vom 15.05.2024

Mehr als 4.000 Beschäftigte aus NRW-Kitas haben sich bisher an einer kollektiven Gefährdungsanzeige von ver.di beteiligt. Mit der kollektiven Gefährdungsanzeige, einem offenen Brief an die Familienministerkonferenz der Länder, weisen die Beschäftigten darauf hin, dass unter anderem Personalmangel, Personalausfall, aber auch der zu geringe Personalschlüssel, einen Kollaps des Systems Kita zur Folge haben. Diese dramatische Entwicklung führe, laut ver.di, zu einer Gefährdung von Beschäftigten und Kindern. Diese Situation wolle man nicht länger hinnehmen: „Wir brauchen Raum und Zeit für die Kinder, für Bildung, Erziehung und kindgerechte Betreuung. Wir wollen professionell arbeiten und nicht verwahren. Und dies gesund – bis zur Rente!“ heißt es in der kollektiven Gefährdungsanzeige.

Die frühkindliche Bildung befinde sich laut ver.di seit Jahren in einer Abwärtsspirale. „Die Arbeitsbedingungen führen zu Abwanderung aus dem Arbeitsfeld. Der Fachkräftemangel wird größer, das Arbeitsfeld wird unattraktiver, Standards werden abgesenkt. Auch die Ausbildung und die Ausbildungsbedingungen in der frühkindlichen Bildung werden unattraktiver, die Quote der Ausbildungsabbrüche steigt, Praxisanleitung belastet Fachkräfte, weil sie nebenbei und zusätzlich erledigt werden muss. Wenn die Entscheidungsträgerinnen und -träger die Probleme in der frühkindlichen Bildung in den Griff bekommen wollen, muss über Qualität und gute Arbeitsbedingungen in den Kitas geredet werden,“ erklärt Gabriele Schmidt, Landesleiterin ver.di NRW.

Mehr Geld im System der frühkindlichen Bildung nötig

Um das System der frühkindlichen Bildung zu stabilisieren, sei eine bedarfsgerechte Finanzierung erforderlich. „Das aktuell in NRW viele Kindertagesstäten finanziell äußerst prekär dastehen ist ein Zustand, der nicht hinnehmbar ist“, betont Tjark Sauer, Branchenkoordinator ver.di NRW. „Die Landesregierung muss bei der Kita-Finanzierung kurzfristig nachlegen. Das System der Kind-Pauschalen führt - auch nach den Ergebnissen der KiBiZ-Evaluation des Landes - nicht flächendeckend zu einer kostendeckenden Finanzierung der Kitas. Daher muss das System der Kita-Finanzierung in NRW im Rahmen der KiBiZ Reform dringend auf den Prüfstand.“  

Pressekontakt:

Tjark Sauer, +49 151 14629015 (Branchenkoordinator) 

V.i.S.d.P.:

Lisa Isabell Wahr

ver.di Landesbezirk Nordrhein-Westfalen 

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