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ver.di ruft zu Streiks bei Amazon in Werne und Dortmund auf

ver.di ruft zu Streiks bei Amazon in Werne und Dortmund auf

14.09.2022

Mit Beginn der Mittagsschicht am heutigen Mittwoch (14.09.2022) ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten der Amazon Logistikzentren in Werne und Dortmund zum Streik auf.

Seit Jahren fordert ver.di von Amazon die Anerkennung der Tarifverträge des Einzelhandels NRW. Der Onlineriese verweigert bisher jegliche Verhandlungen und erhöht stattdessen die Löhne und Gehälter einseitig und willkürlich.

Das neueste Beispiel ist bezeichnend“, sagt der zuständige Gewerkschaftssekretär Philip Keens. „Bei einer Inflation von zuletzt 7,9 Prozent im August, dazu die steigenden Heiz- und Strompreise, diktiert Amazon seinen Beschäftigten am Standort Werne eine Entgelterhöhung von 3,8 Prozent. Dabei hat der Onlineriese seinen Umsatz im letzten Jahr um 26 Prozent gesteigert. Die Beschäftigten sind stinksauer. Viele wissen nicht einmal mehr, wie sie den Weg zur Arbeit finanzieren sollen.“

Mit den Streikmaßnahmen wollen die Beschäftigten erreichen, dass Amazon endlich an den Verhandlungstisch kommt, um über die Anerkennung der Flächentarifverträge zu verhandeln.

„Amazon sieht sich offenbar nicht in der Verantwortung. Das zeigt sich an den aktuellen Plänen des Konzerns, die bisherigen Prämienzahlungen abzuschaffen und in die regulären Gehälter zu integrieren, wie es bereits am Standort Dortmund umgesetzt wird. In Dortmund wurden die Entgelte um durchschnittlich 10 Prozent erhöht. Klingt gut, aber darin enthalten ist der bisher ohnehin gezahlte Boni von 6,9 Prozent. Dies als echte Entgelterhöhung zu verkaufen, ist Augenwischerei,“ sagt Silke Zimmer, Landesfachbereichsleiterin ver.di-Handel NRW. „Grundsätzlich begrüßen wir die Abschaffung von Prämienzahlungen, die unter anderem darauf abzielen, die Streikbereitschaft der Beschäftigten zu vermindern. Nichtsdestotrotz bleiben alle Entgelterhöhungen ohne die Absicherung eines Tarifvertrags Almosen.“