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Erste Warnstreiks in Wach- und Sicherheitsbranche

Tarifverträge der Branche „nicht mehr zeitgemäß“

Mit Aktionen und Warnstreiks in allen Bereichen des nordrhein-westfälischen Wach- und Sicherheitsgewerbes will die Gewerkschaft ver.di den Druck auf die Tarifverhandlungen erhöhen. Vor der vierte Verhandlungsrunde am 5. Februar würden „in ausgewählten privaten und öffentlichen Unternehmen erste Aktionen und Warnstreiks stattfinden“, kündigte ver.di-Verhandlungsführerin Andrea Becker nach einer Sitzung der Tarifkommission in Düsseldorf an. Die Verkehrsflughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn seien davon nicht ausgenommen. Sofern die Passagierkontrolle der Flughäfen von den Warnstreiks betroffen ist, werde man die Öffentlichkeit aber rechtzeitig informieren. Mit Unternehmen in sensiblen Bereichen will ver.di Notdienstvereinbarungen abschließen. Vor dem Beschluss der Tarifkommission hatten am Donnerstag rund 60 Betriebsräte der Branche aus NRW über die aktuelle Lohnrunde diskutiert.

Die dritte Verhandlungsrunde für die 34.000 Beschäftigten des Wach- und Sicherheitsgewerbes in NRW war am 9. Januar ohne eine Einigung vertagt worden. Die Gewerkschaft ver.di erklärte, sie sei zu Beginn der Verhandlung deutlich auf die Arbeitgeber zugegangen, um einen angemessenen Kompromiss zu erzielen. Ergebnis sei eine Angebotserhöhung für einzelne Lohngruppen von 3 auf 3,3 Prozent gewesen. Real bedeute dies gerade einmal 2,7 Cent pro Stunde in der untersten Lohngruppe. „Da ist zur Zeit kein zielgerichteter Einigungswillen erkennbar“, sagte Becker. Deshalb müsse man „die Arbeitgeberseite auf die Zielgerade bringen“. ver.di fordert in der untersten Lohngruppe eine Erhöhung um 1,50 Euro pro Stunde. „Die Arbeit der Sicherheitsdienste zum Beispiel in Flüchtlingsheimen ist mehr wert als neun Euro brutto“, erklärte Becker. Im Wach- und Sicherheitsgewerbe sei die Bezahlung nicht mehr zeitgemäß. Hier müsse man schnellstmöglich „tarifpolitisch Grund in die Branche bringen“.

Nach einer Studie des Brandenburgischen Instituts für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS) erwarten die Unternehmen der Wach- und Sicherheitsbranche ein Wachstum von durchschnittlich 6,4 Prozent für die kommenden Jahre. Die private Sicherheitswirtschaft setzte 2013 nach eigenen Angaben 5,2 Milliarden Euro um. 27 Prozent des Umsatzes der privaten Sicherheitswirtschaft werden laut BIGS-Studie durch öffentliche Aufträge erbracht.

 

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