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48-Stunden-Streik an der Uniklinik Düsseldorf Für Entlastung …

48-Stunden-Streik an der Uniklinik Düsseldorf Für Entlastung und mehr Personal Klinikleitung verweigert Gespräche

09.10.2017

Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten der Universitätsklinik Düsseldorf für Dienstag und Mittwoch (10. und 11.10.) zu einem 48-stündigen Warnstreik für einen „Tarifvertrag Entlastung“ aufgerufen. Betroffen sind Operationssäle, die Anästhesie und Ambulanzen, Krankentransporte und Essensversorgung. „Der eintägige Warnstreik für eine Entlastung der Beschäftigten und mehr Personal im September hat den Vorstand der Uniklinik nicht einmal zu einem Gespräch über die desolate Lage bewegt, wie sie in anderen Städten stattfinden. In Düsseldorf verstecken sich die Verantwortlichen hinter ihrer Verbandsmitgliedschaft, statt mit der Gewerkschaft zu sprechen und gemeinsame Lösungen zu suchen“, erklärte Gewerkschaftssekretär Jan von Hagen. Die „Komplettverweigerung“ habe zwangsläufig neue Warnstreiks zur Folge, zumal die Klinikleitung die Belastungssituation der Beschäftigten negiere. 

Parallel hat ver.di die Beschäftigten der beiden hundertprozentigen Tochtergesellschaften GKD und UKM der Universitätsklinik Düsseldorf mit ihren ca. 700 Beschäftigten zum Warnstreik aufgerufen. „Es ist ein Unding, das für die Beschäftigten, die die Reinigung, die Sterilisation der OP-Instrumente, den Krankentransport und die Essensversorgung in der Uniklinik Düsseldorf sicherstellen, gar kein Tarifvertrag gilt.“, berichtet Herma Janßen, Gewerkschaftssekretärin bei ver.di Düsseldorf. „Trotz Lohnunterschieden von bis 600 Euro für die gleiche Tätigkeit ist der Arbeitgeber nicht bereit, mit uns zu verhandeln. Und eine betriebliche Altersvorsorge wird den Beschäftigten komplett verwehrt.“ 

Konkret fordert ver.di für die Klinikbeschäftigten die Festlegung einer Mindestpersonalausstattung im Tarifvertrag sowie Regelungen zum Belastungsausgleich, falls die tarifvertraglichen Vorgaben nicht eingehalten werden. Zudem will die Gewerkschaft die Ausbildungsqualität verbessern, beispielsweise durch die Freistellung von Ausbilder/innen für die Zeit der praktischen Anleitung von Auszubildenden. Es müsse ausgeschlossen werden, dass Auszubildende für die Kompensation von Personalengpässen herangezogen werden. 

„Die Beschäftigten der Krankenhäuser sind am Limit, die Arbeitsüberlastung ist unerträglich. Darauf hat ver.di immer wieder mit Aktionen und Appellen aufmerksam gemacht“, erklärte von Hagen. „Geredet wurde viel, jetzt müssen die Klinikleitungen endlich aktiv werden und mit ver.di über einen Tarifvertag Entlastung verhandeln“. In verschiedenen Regionen der Bundesrepublik finden zeitgleich Streiks in Krankenhäusern statt, in anderen zeigten sich die Arbeitgeber gesprächsbereit. 

Getrennt von dieser Tarifbewegung setzt sich ver.di auf politischer Ebene für verbindliche Personalvorgaben per Gesetz ein. Nach Berechnungen der Gewerkschaft müsste es für eine gute und sichere Versorgung 162.000 Stellen in Krankenhäusern mehr geben, davon 70.000 Pflegefachkräfte. 

Kontakt: Jan von Hagen, Tel.: 0160.94 86 06 01 Herma Janßen, Tel.: 0170.92 32 715

Hinweis für die Redaktion:

Die Streikenden treffen sich am Dienstag (10.10.) ab 7:00 Uhr am Haupteingang der Uniklinik, Moorenstr. 5. Von dort fahren sie mit Bussen ins Streiklokal zakk, Fichtenstr. 40. Dort finden von 9:00 Uhr bis 11:30 Uhr Streikworkshops statt. Ab 12:30 Uhr ist eine Abschlusskundgebung vor der Moorenstr. 5 geplant, wo zeitgleich der Aufsichtsrat des Uniklinikums tagt.

Am Mittwoch, den 11.10. findet von 08:00 Uhr bis 10:00 Uhr eine Streikkundgebung am Moorenplatz 5 statt.

Weitere Informationen:

www.klinikpersonal-entlasten.de