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Arbeitgeber legen lächerlich niedriges Angebot vor

Tarifrunde Einzelhandel NRW:

Arbeitgeber legen lächerlich niedriges Angebot vor

05.05.2017

In der ersten Verhandlungsrunde für den nordrhein-westfälischen Einzelhandel haben die Arbeitgeber ein Angebot unterbreitet, das von der Großen Tarifkommission ver.di-NRW als völlig unzureichend zurückgewiesen wurde. 

Das Angebot sieht bei einer Laufzeit von 24 Monaten vor:

•     Zwei Nullmonate

•     Ab 1. Juli 2017 eine Erhöhung um 1,5 Prozent

•     Ab 1. Mai 2018 eine weitere Erhöhung um 1 Prozent

Umgerechnet auf den Stundenlohn bedeutet das Angebot eine Erhöhung in der ersten Stufe um 23 Cent. 

ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer: „Die vorgeschlagenen Erhöhungen gleichen nicht einmal die zu erwartende Preissteigerungsrate aus und bedeuten Reallohnverluste für die Beschäftigten. Ein solches Angebot an man nur als schallende Ohrfeige für die Kolleginnen und Kollegen begreifen. Von Wertschätzung und Beteiligung an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung kann bei diesem Angebot keine Rede sein. Dieses Angebot wird ganz sicherlich zu Unruhe und Protesten in den Betrieben führen.“ 

Zugleich verweigerten die Arbeitgeber über die Allgemeinverbindlichkeitserklärung (AVE) der Tarifverträge überhaupt zu verhandeln, was zu weiteren Dumpinglöhne und damit verbundener Altersarmut im Einzelhandel führen wird. Sie kündigten darüber an, über dieses erste Angebot hinaus, keine tabellenwirksame Steigerung in dieser Tarifrunde zu unterbreiten vorzuschlagen. 

Die Vereinte Dienstleitungsgewerkschaft (ver.di) fordert für die anstehende Entgeltrunde eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 1 Euro pro Stunde. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 Euro pro Monat erhöht werden. Darüber hinaus will die Gewerkschaft die Tarifverträge wieder für „Allgemeinverbindlich“ erklären lassen. Das bedeutet, dass Tarifverträge für alle Unternehmen und alle Beschäftigten der Branche verbindlich gelten. 

Die Tarifverhandlungen werden am 1. Juni 2017 in Recklinghausen fortgesetzt werden.