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Streiks in Köln, Düsseldorf und Münster

Tarifrunde Versicherungen:

Streiks in Köln, Düsseldorf und Münster

07.07.2017

In der laufenden Tarifrunde für die bundesweit rund 170.000 Beschäftigten des privaten Versicherungsgewerbes verschärft ver.di erneut Proteste und Warnstreiks. Am Montag (10.07.) und Dienstag (11.07.) wer-den deshalb Beschäftigte in Köln, Düsseldorf und Münster im Rahmen einer bundesweiten Streik-Woche die Arbeit niederlegen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) rechnet in Nordrhein-Westfalen mit rund 1.900 Streikenden. Aufgerufen zu den Arbeitsniederlegungen sind Beschäftigte der Unternehmen Axa, Ergo, Allianz, Provinzial-Rheinland, Westfälische Provinzial, Gothaer und Talanx. 

Das von den Arbeitgebern vorgelegte Gehaltsangebot ist in Kombination mit der Weigerung, Zukunftsthemen tarifvertraglich zu regeln, absolut inakzeptabel. Nach einem bundesweiten Streiktag am 19. Juni gibt es bisher nach wie vor keinen weiteren Verhandlungstermin. 

Frank Fassin, ver.di Landesfachbereichsleiter: „Mit der dritten Streikwelle wollen wir den Druck auf die Arbeitgeber weiter erhöhen, damit sie endlich ein angemessenes Gehaltsangebot unterbreiten. Ein Entgelttarifvertrag, der – wie bisher angeboten – über drei Jahre Reallohnverluste festschreibt, ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten einer Branche, die hohe Gewinne erwirtschaftet und teilweise Rekorddividenden ausschüttet. Zudem erwarten wir, dass die Arbeitgeber ihre Verweigerungshaltung aufgeben und mit uns Regelungen bezüglich einer Zukunftstarifvertrages Digitalisierung vereinbaren“. 

Die Arbeitgeber hatten in der dritten Verhandlungsrunde ihr ursprüngliches Angebot nur geringfügig nachgebessert. Die angebotenen Gehaltssteigerungen beliefen sich dabei über einen Zeitraum von drei Jahren auf Erhöhungen von durchschnittlich 1,1 Prozent pro Jahr. Gegenstand der Tarifverhandlungen war darüber hinaus die soziale Gestaltung der digitalen Transformation in der Versicherungsbranche. ver.di hatte dazu einen Tarifvertragsentwurf in die Verhandlungen eingebracht, der Re-gelungen zum mobilen Arbeiten, zur Qualifizierung und zur Beschäftigungssicherung vorsah. Die Arbeitgeberseite hatte alle von ver.di vorgeschlagenen Regelungen abgelehnt. Die ver.di-Tarifkommission erklärte in der Folge das Scheitern der Verhandlungen.

ver.di fordert für die Beschäftigten im Innendienst der privaten Versicherungsbranche die Erhöhung der Gehälter und aller Zulagen um 4,5 Prozent. Die Ausbildungsvergütung soll um 50 Euro steigen. Auszubildende sollen nach einer erfolgreichen Ausbildung unbefristet übernommen werden.