Pressemitteilungen

ver.di ruft Einzelhandelsbeschäftigte in tariflosen Unternehmen …

ver.di ruft Einzelhandelsbeschäftigte in tariflosen Unternehmen zum Streik auf

Demonstration und Kundgebung in Dortmund 12.04.2017

Im Rahmen der diesjährigen Tarifrunde im Handel ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) heute (12. April 2017) die Beschäftigten in zahlreichen nicht tarifgebundenen Unternehmen in NRW zum Streik auf. Die zentrale Forderung in den jeweiligen Unternehmen ist ein Anerkennungstarifvertrag mit der Bindung an die Tarifverträge im Einzelhandel. Die Streikkundgebung, bei der auch die Verhandlungsführerin für den Einzelhandel in NRW, Silke Zimmer, erwartet wird, beginnt um 11 Uhr vor der Katharinentreppe (gegenüber dem Hauptbahnhof)  in Dortmund. Anschließend ist eine Demonstration durch die Innenstadt geplant. Erwartet werden etwa 600 Streikenden aus den Unternehmen Amazon, Esprit, DM, Karstadt Sports und Toys “R“ Us.

Die Forderungen in der diesjährigen Tarifrunde für die Branche lauten 1 Euro mehr pro Stunde, 12 Monate Laufzeit und 100 Euro mehr für die Auszubildenden sowie die Erklärung der Allgemeinverbindlichkeit (AVE) der Tarifverträge. Letzteres ist insbesondere für die Beschäftigten in nicht tarifgebundenen Unternehmen wichtig. In den sogenannten OT-Betrieben (Ohne Tarif) werden in der Regel Löhne und Gehälter unter dem Tarifniveau gezahlt. „Wir rufen heute ausschließlich die Beschäftigten in den OT-Betrieben dazu auf, für ihre Interessen zu streiken. Sie würden durch eine Angleichung der Löhne und Gehälter an das Niveau des Einzelhandelstarifvertrags unmittelbar profitieren“, erklärt Silke Zimmer. 

„Die Beschäftigten streiken aber auch für die Kolleginnen und Kollegen in den tarifgebundenen Unternehmen, da deren Löhne und Gehälter durch die OT-Konkurrenz massiv unter Druck geraten“, so Zimmer weiter. „Den Arbeitgebern muss klar sein, dass sie durch die Konkurrenz durch tariflose Unternehmen einen gnadenlosen Verdrängungswettbewerb bestärken, dem sie auch selber zum Opfer fallen können. Deshalb brauchen wir die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge.“

Die Friedenspflicht für die tarifgebundenen Unternehmen gilt noch bis zum 30. April 2017. Die erste Verhandlungsrunde im Einzelhandel in NRW findet am 4. Mai statt.