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Tarifrunde Einzelhandel NRW endet ohne Ergebnis

Tarifrunde Einzelhandel NRW endet ohne Ergebnis

20.06.2017

Tarifrunde Einzelhandel NRW endet ohne Ergebnis

Die dritte Tarifverhandlungsrunde für die rund 490.000 sozialversicherungspflichtig und 205.000 geringfügig Beschäftigten im nordrhein-westfälischen Einzelhandel ist in Recklinghausen ohne Ergebnis zu Ende gegangen. „Die Arbeitgeber haben kein verbessertes Angebot vorgelegt und tragen die Einmalzahlungen wie einen Fetisch vor sich her. Mit Einmalzahlungen bekämpft man aber die drohende Altersarmut vieler Beschäftigten im Handel nicht. Auch Handelskonzerne haben eine gesellschaftliche Verantwortung“, erklärte ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer. Für die kommenden Wochen kündigte ver.di weitere Streikmaßnamen in Nordrhein-Westfalen an.

„Die Arbeitgeber provozieren ohne Not weitere Streiks im Einzelhandel. Wirtschaftlich geht es ihnen in den letzten Jahren bestens, aber sie wollen die Beschäftigten nicht am Erfolg teilhaben lassen,“ so Zimmer weiter. Zum Auftakt der 3. Verhandlungsrunde waren rund 250 Streikende aus mehreren Edeka-Märkten vor das Verhandlungslokal gezogen.

Die Arbeitgeber boten zuletzt Tariferhöhungen um 1,5 Prozent ab 1. Juli 2017 (mit zwei Nullmonaten), ab 1. Mai 2018 nochmals ein Prozent und zusätzliche nicht tabellenwirksame Einmalzahlungen von 150 Euro, die am Ende des jeweiligen Tarifjahres (April 2018 / April 2019) fällig werden. Die gesellschaftspolitisch überfällige Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge und damit eine einheitliche Bezahlung nach Tarifvertrag für die gesamte Branche lehnt der Handelsverband weiter ab.

ver.di fordert einen Euro mehr Lohn und Gehalt pro Stunde und 100 Euro mehr für die Auszubildenden. „Jeder Euro mehr Lohn und Gehalt finanziert auch immer unser Sozialsystem, also Kranken-, Arbeitslosen-, Pflege- und Rentenversicherung“, sagte Zimmer.

 Die vierte Verhandlungsrunde findet am 4. Juli in Recklinghausen statt.