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Vorstand stiehlt sich aus der Verantwortung

Uniklinikstreik in Düsseldorf:

Vorstand stiehlt sich aus der Verantwortung

24.10.2017

„Allein der Vorstand trägt die Verantwortung dafür, wenn aufgrund des heute (24. Oktober) begonnenen 48-Stunden-Warnstreiks die Patient/innen keine frühzeitige Information bekommen haben,“ stellte Jan von Hagen, ver.di-Sekretär für die Krankenhäuser in NRW klar. Eine verantwortungsbewusste Klinikleitung hätte, wie im Krankenhaus üblich, mit der Gewerkschaft im Vorfeld eine Notdienstvereinbarung abgeschlossen. 

„Im Alltag laufe der Betrieb nur noch, weil die Beschäftigten ständig an die Grenzen ihrer Belastung gehen. Oft auch darüber hinaus,“ weiß von Hagen. „Wir streiken für mehr Personal und Entlastung. Auch an der Uniklinik Düsseldorf gilt das Arbeitsschutzgesetz, gegen das tagtäglich verstoßen werde. Kein/e Arbeitnehmer/in darf bei der Arbeit gesundheitlich zu Schaden kommen, dafür trägt alleine der Arbeitgeber die Verantwortung. “Richtig wütend macht die Beschäftigten jetzt, dass die Streichung von zwölf freien Tagen auch noch als Entlastung verkauft werden solle. „Das ist dreist. Darin zeigt sich die Arroganz der Leitung gegenüber den täglichen Problemen der Beschäftigten“, so von Hagen. 

Bereits am vergangenen Freitag, 20. Oktober, hatte die Gewerkschaft die Klinikleitung über die Bereiche informiert, in denen es zu hoher Streikbeteiligung kommen werde, damit einvernehmlich entsprechende Vorkehrungen getroffen werden könnten. Aus reinem Kostenkalkül habe die Klinikleitung aber die notwendigen organisatorischen Maßnahmen verweigert. 

„Die Ankündigung der Leitung, die tägliche Arbeitszeit zu reduzieren, bedeutet in Wahrheit zwölf freie Tage weniger im Jahr. Diese zusätzliche Belastung verhöhnt die Beschäftigten“ kritisiert Annette Ochs, im Personalrat für den Pflegebereich zuständig. „Das zeigt, wie weit weg der ärztliche Vorstand von der Pflege ist,“ so Ochs. 

Hintergrund ist der Plan des Vorstandes, von der 4,75-Tage-Woche auf die Fünftagewoche zu wechseln, dies führt bei leicht verkürzter Tagesarbeitszeit im Jahr zu zwölf Tagen weniger frei.